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Beiträge aus der Kategorie ‘Österreich’

Double Room with a view. „Reiter’s Posthotel“ in Achenkirch – ein Haus geht seinen Weg

Die Berge rund um Achenkirch

Ein Paar auf Reisen: Wolken über Achenkirch in Tirol, blauer Himmel und viel Schnee

Ein Hotelportrait von Susanne Baade (Fotos) und Dirk Lehmann (Text)

Ein Ruf kann eine Bürde sein, selbst ein guter. Das „Reiter’s Posthotel“ in Achenkirch hat mehr als einen guten Ruf. Fast egal, welche Kritiker man bemüht, die meisten haben lobende Worte für das Haus. Der „Gault Millau“ schätzt die „sehr gute Küche“, der „Relax-Guide“ das „schlicht beeindruckende“ Wellness-Angebot, und im Bewertungsforum „Holidaycheck“ sind mehr als 500 Meinungen zu finden, sie fallen so positiv aus, dass am Ende 5,8 von 6 möglichen Punkten erreicht werden und eine Weiterempfehlungsrate für die Post von 98 Prozent.

der Ying und Yang PoolViele schöne Pferde stehen in den Boxen

Die Unique Selling Points des Posthotels: 7000 Quadratmeter Wellness und die Lipizzaner Weiterlesen

Double Room with a view. Das Hotel „Post“ in Lermoos – ein Refugium an der Zugspitze

Sonnenaufgang in Lermoos

Ein Paar auf Reisen: Zwischen Grubigstein und Bleispitze blinzelt die Sonne ins Tal von Lermoos

Ein Hotelportrait von Susanne Baade (Fotos) und Dirk Lehmann (Text)

Irgendwann habe ich mir mal die Frage gestellt, was ich wohl tun würde, wenn ich ein Hotel erbte, das einen Namen hat, wie „Linde“, „Krone“ oder „Post“. Nicht dass überhaupt die Chance auf so eine Erbschaft bestünde. Es war einfach ein Gedankenspiel. Denn eine Auswertung der immerhin 27.000 Hotels, die bei Holiday Check gelistet sind, ergab: 363 davon heißen „Post“ (ich hatte sogar mit noch mehr gerechnet). Kein anderer Name ist so häufig vertreten. Was tun, wenn dein Haus so heißt? Was erwartet der Gast von dir? Wie individuell kannst du sein? Bist du dazu verdammt, immer das eher bürgerliche, allerdings erste Haus am Platz zu betreiben?

Hotel Post in LermoosUnser Zimmer im Posthotel

Blick auf und Blick in unser Hotel: die stattliche „Post“ und das Zimmer mit Fenster zum Bad

An all das muss ich denken als wir mit uns dem „Hotel Post“ in Lermoos nähern. Man könnte es vorschnell als typisch österreichisches Wellness-Hotel in den Alpen bezeichnen. Ein Gebäudekomplex, der von außen kaum erahnen lässt, wie groß er ist. Jetzt stehen wir in einer weitläufigen Rezeption, ein Kamin flackert. Wir werden freundlich begrüßt. Eine Mitarbeiterin begleitet uns zu „einem der Aufzüge“, wir fahren in die vierte Etage (es gibt fünf). Und dann wird die Tür aufgeschlossen zu unserem Zimmer, das hell und holzbraun ist. Große Schränke, ein Bad mit zwei Waschbecken, mit Wanne und abgeteilter Dusche, mit WC und Pissoir. Ein großes Bett, eine Sitzecke mit Sofa, Tisch und Sessel. Ein toller Balkon. Der Blick geht hinab auf den Außenpool, der im Schnee dampft, über das tiefverschneite Hochmoor auf die Gipfel von Grubigstein und Bleispitze. Links von uns, nur wenig entfernt, erhebt sich die Zugspitze. Es ist verrückt. Du kennst die Lage des Hotels, du siehst wie es am Dorfrand steht, und hast doch nicht mit diesem Blick gerechnet. Und spätestens jetzt wünschst du dir, der älteste Sohn von Herrn und Frau Post zu sein…

Hausmusik zum Frühstück

Girlgroup als Dinner-Band: Die Mädels spielen uns die Weisen von den Bergen

Tatsächlich ist das Hotel ein Familienbetrieb, es gehört der Familie Dengg, und alle sind auch voll drin im Betrieb, servieren, schenken ein, parlieren, es sind sehr präsente Gastgeber (wie viel Arbeit das ist, muss sollte man wissen, bevor man davon noch mehr davon träumt, Hotelier zu werden). Die Post in Lermoos ist mehr als ein Hotel in einmaliger Lage. Schon beim Abendessen wird uns klar, dass man sich hier selbst Gedanken gemacht haben muss, was es wohl bedeutet, ein Hotel mit dem Namen „Post“ zu führen. Und wir schätzen das Spiel mit den Erwartungshaltungen. So wird die Suppe in einer traditionellen Silberterrine serviert, doch auf dem Teller steht die Pastete wie ein grünes Dreieck neben dem Thunfischwürfel.

der Außenpool des Post Hotelsdas Hotel Post hat eine schöne Saunalandschaft Die Wellness-Abteilung ist sehr schön gestaltetüppige Wellness-Abteilung mit Innenpool

Wohlfühlen leicht gemacht: Außenpool und Sauna, Nische und Innenpool

Für die musikalische Begleitung zum Essen sorgen vier Dirndl-beschürzte Damen mit Zither, Gitarre und Bass. Sie lächeln schüchtern als wir unsere Kamera auf sie richten. Doch so traditionell die musikalische Begleitung sein mag, die Menüs erfüllen auch die Erwartungshaltungen von Gästen, die gern in Städten gut essen. Hier gibt es nicht die ach so oft erlebte Schere, dass ein Dorf-Koch seine Hausmannskost mit Grünzeug dekoriert, und schon soll man es für Cuisine halten. Michael Cramer, der Post-Küchenchef, versteht sein Handwerk und präsentiert eine fein nuancierte, moderne Alpenküche. Und gewinnt unsere Sympathie auch damit, dass er nach dem Dessert nicht gönnerhaft die Reihen abschreitet. Das ist noch so ein Post-Moment, dass das Gute eine Selbstverständlichkeit ist. Wir erheben unser Glas, gefüllt mit einer schönen Cuvee vom Weingut Heinrich, dessen Pannobile ist schon lange einer unserer Lieblinge.

auf dem Weg zur Ehrwalder Alm

Bahnen und Pisten: Ein kleines, aber gut erschlossenes Skigebiet – die Ehrwalder Alm

Vielleicht haben wir das eine oder andere Glas zu viel getrunken. Doch in der Nacht, die sich dunkel und weich über das verschneite Land gelegt hat, hören wir kein Geräusch. Wir haben das Fenster ein wenig auf, die kühle Luft schneit herein. Und mit ihr diese Stille, die vor allem auffällt, wenn man in einer Großstadt wohnt und schon gar nicht mehr so richtig weiß, wie sich das anhört: ihr Fehlen.

das Tiroler Haus auf der Ehrwalder Alm Blick von der Terrasse des Tiroler Hauses auf die Piste hinunter geht es mit dem Schlittenwir werden aus der Kurve getragen...

Ski und Rodel nicht ganz so gut: Die Bedingungen sind perfekt, der Fahrer ist überfordert

Ein Hotel, das dem Gast zum Frühstück einen Kuchen backt, ist für mich der Inbegriff eines Luxus-Hotels. Dabei interessiert mich nicht sooo sehr, was für ein Kuchen… Obwohl, nein, stimmt nicht: Am liebsten ein Marmorkuchen, idealerweise aus einer Guglhupfform. Und besonders mag ich den Kuchen, wenn er in traditioneller Weise gebacken wird – mit acht Eiern, die getrennt und aufgeschlagen werden, mit Puderzucker und gesiebtem Mehl. Und genau so einer steht nun: der perfekte Marmorkuchen. Die Vielfalt beim Frühstücksbuffet ist umwerfend, allein die vielen Brote. Wobei die Post glücklich macht mit Birchermüsli und einem leistungsfähigen Entsafter, den wir morgens mit Obst, Gemüse und Ingwer füllen. Selbstverständlich nehme ich auch ein Probestück vom Kuchen.

Blick von der Terrasse ins Tal

Was ein Berg! Manche sagen, die österreichische Seite der Zugspitze ist die schönere…

Ebenfalls ein großes Glück ist es, wenn man einen Tag in der Kälte – mit Spaziergang und Rodelabenteuer – in einer schön großen Wellness-Abteilung beschließen kann. 2000 Quadratmeter nehmen Spa, Pool und Saunen ein. Der Relax-Guide, der vielleicht beste unabhängige Wellness-Bewerter, hat der Post immerhin zwei Lilien gegeben, die Höchstnote ist vier. Wir schwimmen drinnen und draußen. Und lassen uns dann durch die Saunen treiben. Zum Abkühlen rennen wir raus und wälzen uns im Schnee. Und dann liegen wir, in Decken gehüllt, hinter den großen Panoramascheiben des Ruheraums und blicken hinaus. Das Tal. Die Zugspitze. Die Dämmerung, die sich in einem krassen Blaugrüngrau über die Felsen legt.

Hotel Post in Lermoos. Es ist eine von 363 Posten. Aber ein wahrlich besonderes Haus.

leckere Suppe zum Abendessen Thunfisch mit Avocado-Variationen Hoteldirektor Markus SaletzDas Foyer des Hotel Post

Tradition und Moderne: Suppe in der klassischen Silberterrine, Vorspeisen-Variation als geometrisches Spiel; Hoteldirektor und Sommelier Markus Saletz, das Kaminzimmer

Was uns gefällt

Sie sagt: Ein Hotel mit viel Tradition und engagierten Mitarbeitern. Ich mag die Möglichkeiten, die man hier hat – Ski-Alpin, Langlauf, Rodeln, Winterspaziergänge. Und nachmittags kommt man zurück und genießt diese großartige Wellness-Abteilung.

Er sagt: Wie heißt die Antwort auf den albernen Makler-Spruch, welche drei Faktoren den Wert einer Immobilie ausmachen – die Lage, die Lage, die Lage. Die Post ist, was das betrifft, gesegnet mit einem fulminanten Blick über ein Tal auf bemerkenswerte Gipfel. Zudem schmeckt der Marmorkuchen wirklich verdammt gut!

Schneelandschaft in Lermoos

Spaziergang durch das Lermooser Moos, in dem die Bäume Eiskristalle tragen statt Blätter

Hotel Post, Kirchplatz 6, A-6631 Lermoos, Tel. 0043-5673 2281-0, www.post-lermoos.at

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Feuerwerk_pushresetHinweis: Die Recherchereisen für diesen Blog werden zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien, Reedereien und/oder PR- bzw. Tourismus-Agenturen. Unsere journalistische Freiheit bleibt davon unberührt. Wir danken dem Team der Post, sowie der tollen Crew von Maro & Partner (mit dem weißen Golf).

Österreich: Sankt Oswald im Winter – eines der schönsten Ski-Dörfer in Kärnten

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Ein Paar auf Reisen: Blick von der Brunnachhöhe auf die schneebedeckten Nock-Berge

Ein Reisebericht von Susanne Baade (Fotos) und Dirk Lehmann (Text)

„Der Dirk, der ist ein Teufel“, ruft der Hubsi jetzt und setzt mir auf seinen Ski mit einer Behändigkeit nach, die ich von dem älteren, gemütlich wirkenden Herrn in der grell rot-gelben Jacke nicht erwartet hätte. Jetzt versetzt er mir mit einem seiner Skistöcke einen Klaps und ergänzt: „Denn der Dirk fährt nicht mit den Beinen, sondern mit dem Hintern.“ Was ich mache, sehe vielleicht aus wie Skifahren. „Ist es aber nicht!“

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Dorf im Dorf: Die Ferienanlage „Kirchleitn“ mit Haupthaus und ansprechendem Restaurant

Wir sind in Kärnten, im ganz zauberhaften Ski-Dorf Sankt Oswald, und rutschen im Pflug immer wieder den Übungs-Hang hinab. Manchmal schaffen wir die Kurven, die uns unser Ski-Lehrer vorfährt, doch meist rutschen wir stumpf geradeaus weiter und fahren nur deshalb die ebenfalls auf diesem Hügel übenden Kleinkinder nicht über den Haufen, weil sie schon ausweichen können. Ehrlichgesagterweise, es ist ein wenig deprimierend. Wirkte es gestern noch so, als würden wir Fortschritte machen, muss man heute den Eindruck haben, das wird nix. Nur Benita, die ihren zweiten Tag auf zwei Brettern erlebt, braust schon mit einer gewissen Souveränität hier runter, cool die Skistöcke hochhaltend.

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Gästezimmer und Gastgeber: schlicht schöne Apartments, herzlicher Hotel-Chef Wolfgang

Mal wieder sind wir kein Paar auf Reisen, sondern eine Patchworkfamilie unterwegs. Judith und Benita, meine Töchter aus erster Ehe, 14 und 8 Jahre alt, begleiten uns – nach Bad Kleinkirchheim. Doch eigentlich geht die Reise ein Stück weiter, rund sechs Kilometer hinter und 300 Höhenmeter über dem Hauptort liegt Sankt Oswald. Es ist ein bemerkenswertes Dorf, war einst das Ziel für die Forschungsreisen des Volkskundlers Oswin Moro aus dem immerhin 50 Kilometer entfernten Villach. Er hat die Arbeits- und Lebensweise der Bergbauern dokumentiert, Brauchtum, Handwerk und die eigenwillige Architektur der hiesigen Hufe-Höfe mit ihren mächtigen Obergeschossen, die erste Etage kragt auffällig über das Erdgeschoss hinaus.

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Talschluss: Hinter Sankt Oswald geht es nur noch zu Fuß weiter oder mit der Seilbahn

Teilweise stammt die Architektur noch aus dieser Zeit. Sonst ist hier wenig wie es einst war. Zum Glück. Noch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts starben einige Dorfbewohner in einem harten Winter, sie hatten nicht genug zu essen. Inzwischen lebt die 170-Seelen-Gemeinde gut vom Tourismus, der in den 1960er Jahren mit dem Bau der ersten Seilbahn kam. Und doch auch was das touristische Konzept betrifft, präsentiert sich Sankt Oswald eigenständig. Wer hier Urlaub macht, erlebt das Dorf wie ein Ferien-Resort. Man zahlt etwa die Halbpension für ein Hotel, kann aber in jedem Haus im Ort essen, ohne einen Aufpreis zahlen zu müssen, die Hoteliers rechnen untereinander ab. Der Bus verkehrt tagsüber kostenlos zwischen Dorf und Bad Kleinkirchheim. Während der Ski-Thermen-Wochen, erhält man bei Vorlage der Liftkarte einen um die Hälfte ermäßigten Eintritt ins Römerbad. Das Dorf als Resort.

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Größer als ein Hund und verdammt eigenwillig: Benita und Judith gehen Gassi mit Lama

Hinter dem Konzept für das Feriendorf als Resort steht die Gemeinschaft der Gastgeber, sie nennen sich die „Doaswalder“ und inszenieren sich in einer hübsch-selbstironischen Fotoserie als Baumeister der touristischen-Zukunft. Einer von ihnen ist unser Gastgeber. Wolfgang leitet das Apartment-Hotel „Kirchleitn„. Zwei Dutzend uriger Holzhäuser mit kleinen und großen Wohnungen, ein Haupthaus mit zwei Restaurants und einer Sauna, eine Rezeption, in der man Schlitten leihen und Lebensmittel kaufen kann, etwa Kaffeekapseln für die Nespresso-Maschinen, mit denen alle Apartments ausgestattet sind. Der Wolfgang ist ein geborener Gastgeber, hilfsbereit, zugewandt, immer anwesend, freundlich. Kaum ein Gast, zu dem er nicht eine Beziehung aufbaut.

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Herr der Lamas: Susanne mit Legoals, Rudi mit dem Boss, sein Tier trabt immer voraus

Uns erzählt er von den Beweggründen, die dazu geführt haben, das Dorf als Gesamtheit zu sehen. Irgendwann habe man erkannt, dass man sich gegen die großen Clubs nur wehren könne, wenn man dem Gast ähnliche Annehmlichkeiten bietet. Und die größte Herausforderung war, das Konkurrenzdenken zu überwinden. Das gelang, weil Sankt Oswald kein heterogener Riesen-Ski-Ort ist mit Top-Hotels und weniger guten Häusern, mit Platzhirschen und Neidern. Es ist ein Dorf, überwiegend mit 3- und 4-Sterne-Unterkünften. Selbst Skiverleih und Skischule ziehen am selben Strang.

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Sehnsucht der Anfänger: Mal so schön den Berg hinunter zu brausen wie der Mann in Blau

Und der Rudi auch. Statt uns auf Stadtrundfahrt zu schicken, hat Wolfgang für uns beim Rudi ein Lama-Trekking organisiert. Ich finde es anfangs, nun ja, ein wenig seltsam. Warum soll man mit einem Lama durch den Kärntner Wald spazieren? Doch meine Töchter sind begeistert. Nach ein paar Metern finde ich es auch ganz putzig, „Charly“ an meiner Seite zu haben, ein schwarz-braunes Zottelvieh, das eher eine gewisse Distanz zu mir hält, als dass es sich von mir streicheln lassen würde. Beseelt führen Benita und Judith ihre Tiere Gassi. Wir kommen am ältesten, noch stehenden Gebäude von Sankt Oswald vorbei und erreichen schließlich einen Punkt, von dem aus man einen schönen Blick hat über das tief verschneite Dorf.

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Hubsi (Danke für die Geduld), Dirk und Benita. Und die Pisten, von denen wir träumen

Wie, um Himmelswillen, kommt man auf die Idee Lama-Touren anzubieten? Rudi erzählt von seinem Beruf als Heizungsfachmann, vom Tod seiner Frau, von eigener Krankheit, wie er sich für die Tiere begeistert habe und plötzlich für den Wunsch, ein neues Leben zu starten. Inzwischen bietet er mit Partnerin Ulrike, „Uli“, einen ganzen Strauß an Touren an, man kann stunden- und tageweise mit den Lamas trekken. Rudi erklärt, warum man es überhaupt tun solle: Das Tier geht sein Tempo, Lama-Trekking ist auch Entschleunigung. Es trägt dein Gepäck, Lama-Trekking ist also auch eine Erleichterung. Und manchmal bocken Charly, Legolas und Co einfach, eine Lama-Tour hat also auch mit Demut zu tun.

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Abfahrer: Blick aus der Kabine der Brunnach-Bahn auf Sankt Oswald und das Tal

Mehr Demut als in diesem Moment geht eigentlich nicht. Wieder ist der Hubsi zu mir geeilt und erklärt mir, dass ich nicht locker genug bin. „Du fährst zu verkrampft. Du willst zu viel…“ Und er zeigt auf meine Spur. Man sehe richtig, wie mein Ski eine Scharte in den Schnee schneide. Ich müsse mir Zeit lassen. Hubsi schlägt vor, für heute Schluss zu machen. Susanne und ich stimmen zu, Benita ist beleidigt, sie wäre gern noch weiter gefahren, und Judith hat sich ohnehin schon zurück gezogen. Als Teenager treiben einen offenbar vor allem zwei Interessen: Chillen und Facebook. Am liebsten beides, in der linken Hand ein Smartphone, in der rechten der iPod.

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Auffahrt statt Aufstieg: Mit der Brunnachbahn fahren wir zu den Kasspatz’n auf 1900 Meter Höhe

Doch unsere Abenteuerlust lässt nicht nach. Wir fahren mit der Seilbahn auf die Brunnachhöhe, essen im Ausflugslokal Nock-In verdammt gute Kasspatz’n (unsere dritte Portion in zwei Tagen) und machen uns dann auf eine Schneeschuhwanderung mit Gerhard. Er ist Jäger und kümmert sich um die Versorgung der Tiere, legt Futter aus, beobachtet das Damwild. Wir sind ungefähr eine Stunde gewandert, und von Sankt Oswald ist nun gar nichts mehr zu sehen und zu hören, zum Glück auch die furchtbaren Schlager nicht mehr, die nachmittags aus den Lautsprechern bei der Skischule scheppern. Der extrem viele Schnee – man kann bis zur Hüfte einsinken – packt die Landschaft wie in dicke Decken, eine große Ruhe liegt über dem Wald und ein besonderer Zauber.

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Schneeballschlacht im Nebel: Aber die Trefferquote ist so bescheiden, das Spiel endet 0:0

Gerhard, inzwischen weit über 70 und immer noch erstaunlich fit, ist ein Jäger, wie er im Buche steht: Seine Kleidung ist braun und grün, in seinem Rucksack stecken ein Fernglas, ein Taschenmesser und ein paar Äpfel, die er schält und in kleinen Spalten an uns verteilt. Wir haben rund ein Dutzend Hirsche beobachtet, die uns dann doch wohl gewittert haben und weitergezogen sind. Jetzt stehen wir an der Futterstelle, wo Gerhard die Streu ausbringt und zuerst aber ein Gruppenfoto von uns macht.

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Gruppenbild mit Leihhund

Die letzten Meter zur Hütte mussten wir Schneeschuhe anlegen, es wäre sonst viel zu anstrengend geworden, durch die Schnee zu stapfen. Doch besonders freuen wir uns auf den Rückweg. Gerhard hat ein paar Schlitten hier oben stehen, wir werden die tief verschneite, teils vereiste Straße einfach runter rasen.

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Wer viel draußen ist, bleibt jung: Gerhard, der Jäger, ist inzwischen über 70. Seine Passion hält fit

Mit roten Wangen und kalten Füßen erreichen wir Sankt Oswald. Und müssen uns aufwärmen. Alle 30 Minuten fährt der Bus nach Bad Kleinkirchheim. Und wir lassen uns ins Römerbad kutschieren. Es wird ein perfekter Ausklang zu einer anregenden Zeit. Wir treiben durch das warme Wasser, liegen im geheizten Außenbecken und sehen den letzten Skifahrern zu, die in der einbrechenden Dunkelheit die beleuchtete Piste herunter geschossen kommen. Das Bad ist ein wunderbarer Ort der Ruhe, der sich in ein seiner Wirkung auf selbst durch ein paar junge Männer nicht beeinflussen lässt, die einige Male aus dem Becken klettern, sich im Schnee wälzen und dann schreiend ins warme Wasser springen. Spannend eigentlich, was die Berge mit einem machen. Dass sie in einem das Bedürfnis auslösen, sich zu spüren, lebendig zu sein.

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Ein Foto wie ein Kalenderblatt: Benita und Judith im tief verschneiten Wald der Nockberge

Richtiger Winter fühlt sich großartig an. Und er verändert den Tagesablauf völlig. Meist schlafen wir schon kurz nach 22 Uhr tief und fest und ermattet ein. Selbst Judith, die eigentlich gern bis Mitternacht chillt und chattet, um dann am nächsten Morgen bis 11 zu schlafen, hat schon am zweiten Tag ihren Rhythmus geändert. Es fühlt sich nicht schlecht an. Es ist ein geliehenes Zeitmaß. Wenn wir uns auf die Rückreise begeben, werden wir es einfach hier lassen. Doch bis dahin werden wir jeden Moment auskosten.

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Variationen eines Themas: Aprés Ski – klassisch, in der Bar, und modern, in der Therme

Während unserer Zeit in Sankt Oswald haben wir uns ein wenig durchs Dorf gefuttert. Mir hat besonders der Wild-Abend im „Berghof“ gefallen. Ich esse selten Fleisch, zu Hause eigentlich gar nicht. Auch hier haben wir uns überwiegend von Kasspatz’n ernährt, doch dieses mürb-würzige Wild… Den letzten Abend verbringen wir wieder im Restaurant unseres Gastgebers. Wolfgang setzt sich für einen Moment zu uns, wie immer mit Lachfalten im Gesicht.

Ob es uns gefallen habe in Sankt Oswald, will er wissen. Wir nicken. Was denn das beste war, will er wissen. Und wir zählen auf, dass uns die Lamatour gefallen habe, aber auch die Schlittenfahrt, die Therme war schön und der Skikurs war anstrengend aber gut, das Hotel gefiel uns und das Essen im Steinhaus – mein zweites Fleischgericht in vier Tagen –, besonders das im Heu gegarte Fleisch, die Wanderung mit Gerhard, der Blick vom Berggipfel, und irgendwer sagt plötzlich, dass wir ja einfach alles aufzählen würden. Was das denn für eine Bewertung sei…?

Wolfgang lacht. „Ihr müsst’s wieder kommen, um euch eine richtige Meinung zu bilden.“

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Plötzlich Licht: Nach einem Nebeltag fällt ein fetter Sonnenstrahl auf ein weißes Bäumchen

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Feuerwerk_pushresetHinweis: Die Recherchereisen für diesen Blog werden zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien, Reedereien und/oder PR- bzw. Tourismus-Agenturen. Unsere journalistische Freiheit bleibt davon unberührt. Wir danken Bad KleinkirchheimIntersport WulschnigFeriendorf Kirchleitn und Stromberger PR.

Double Room with a view: das Haus der Herzen – im Kuschelhotel „Gams“ in Bezau

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Ein Paar auf Reisen: Das Dorf Bezau im Bregenzer Wald. Gegenüber der Kirche steht seit 1648 der Gasthof „Gams“ – inzwischen das erste Hotel mit 365 Valentinstagen im Jahr

Ein Hotelportrait von Susanne Baade (Fotos) und Dirk Lehmann (Text)

Wie fühlt es sich wohl an, wenn man sich so sehr nach einem Ort verzehrt? Ständig steht er davor, träumt davon, drinnen zu sein – da wo das Lachen ist, die Wärme und die Nähe der anderen. Und irgendwann war die Sehnsucht so stark, dass er anfing, sich hinein zu mogeln in die Stube. Er schlüpft im letzten Moment durch eine sich schließende Tür, schleicht sich in einem unbeobachteten Augenblick durch einen Seiteneingang. Um sich dann auf diesem wundervoll bequemen Sofa einzukuscheln – am liebsten, wenn da noch jemand sitzt. Das ganze Leben dieses Streuners scheint auf diesen Moment ausgerichtet zu sein. Und doch erträgt es der Kater mit stoischer Ruhe, dass man ihn vor die Tür setzt. Er kommt wieder, keine Frage. Maunz. Weiterlesen

Double Room with a view. Das Hotel Pacheiner auf der Gerlitzen-Alpe bei Villach – ein Haus mit vielen Sternen

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Ein Paar auf Reisen: Aussichtshotel „Pacheiner“ – mit Blick auf die Piste und Villach

Ein Hotelportrait von Susanne Baade (Fotos) und Dirk Lehmann (Text)

Wie die Sterne einer fernen Galaxie glitzern unter uns die Lichter Villachs. Die Stadt liegt auf einer Höhe von etwa 500 „Metern über der Adria“ – so die österreichische Angabe, die bis auf wenige Zentimeter der üblichen „Meereshöhe“ entspricht. 1400 Meter über Villach thront auf der runden Kuppe der Gerlitzen-Alpe unser Hotel, das „Pacheiner“. Wir blicken aus dem Fenster in die Dunkelheit. Grau zeichnen sich im schwarzen Himmel die Berge ab: Karawanken, Hohe Tauern, irgendwo in der Ferne mitten drin der Großglockner. Doch es ist zu finster, um den höchsten Berg Österreichs auszumachen. Und genau deshalb sind wir hier – weil es so dunkel ist.

„Was die Lichtverschmutzung betrifft“, sagt der Astronom Hans Koechl jetzt, „gibt es in Österreich Gebiete, die noch dunkler sind. Aber die sind nicht so gut zugänglich. Hier oben ist die Luft zudem sehr rein, das garantiert eine besonders klare Sicht, vergleichbar nur mit manchen Wüstenorten.“ Koechl lächelt beseelt. Man sieht ihm an, dass er die Sterne liebt. Weiterlesen

Salzburg im Winter: Tradition und Gegenwart, Christkindlmarkt und moderne Kunst

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Ein Paar auf Reisen: Salzburg im Winter – die Festung über der Stadt und der heilige Schein

Wir sind keine Christkindlmarkt-Romantiker. Doch haben manche Städte in der Weihnachtszeit
einen besonderen Zauber. Zum Beispiel: Salzburg. Die Stadt begeistert uns nicht nur mit Glühwein und Bosna, sondern auch mit klugem Essen, handgemachtem Bier und moderner Kunst

Ein Reisebericht von Susanne Baade (Fotos) und Dirk Lehmann (Text)

Wir suchen Orientierung. Fast 100 Stände umfasst der Salzburger Christkindlmarkt zwischen Dom- und Residenzplatz. Eine große Karte zeigt deren Lage an. Wir sind verabredet bei Nummer… Plötzlich baut sich ein Japaner vor uns auf, ruft etwas, und nun umringen uns die Teilnehmer einer Reisegruppe. „Hai“, sagt der Reiseführer und beginnt zu erklären. Nur wenige für uns verständliche Worte blitzen heraus, der Führer sagt langsam: „Christkind“, „Weihnacht“, „Bosna“. Und die Teilnehmer der Reisegruppe sprechen andächtig nach „B o s n a h“. Weiterlesen

Wien im Sommer: noch mehr Reise-Tipps für ein heißes Wochenende

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Ein Sommer-Wochenende in Wien: Die Hitze lähmt sogar das sonst so quirlige Museumsquartier

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Blau ist der Himmel, durch den kein Wölkchen zieht. Blau sind die überdimensionalen Outdoormöbel, die in der prallen Mittagshitze stehen, und in denen sich niemand fläzt (man würde darin eh eingehen). Und blau leuchten die gefliesten Becken der Springbrunnen, in denen Kinder planschen und Mütter ihre Füße kühlen. Eine blau-heiße Mittagszeit in Wien, scharf trennen Schirm- und Schattengrenzen den bevölkerten vom Transit-Raum, den man nur schnell durchschreitet, in dem sich niemand aufhält.

Wann schmilzt Vinyl?

Erneut steht das Thermometer dicht an der 40-Grad-Grenze. Selbst die Musik, die aus den Lautsprechern tönt, und das Museumsquartier zur Open-Air Music-Lounge macht, klingt matt. Im Rahmen der „Weekend-Sounds“ legen hier an den Wochenenden bekannte DJs auf. Und für diesen Sonnabend hat das bereits vor Monaten ersonnene, doch verdammt prophetische Line-Up das „Sweet Heat DJ-Team“ aufgestellt. Wir sehen Agent Well und A++ in der kleinen DJ-Kabine unter der Hitze leiden, die ihre Sets noch verstärken soll. Bis zu welcher Temperatur lässt sich Vinyl eigentlich abspielen, bevor der Diamant in die Platte eintaucht statt ihr Töne zu entlocken? Weiterlesen

Wien im Sommer: Reise-Tipps für ein heißes Wochenende

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Ein Sommerwochenende in Wien: Man beschirmt sich bei der Arbeit und am Äußeren Burgtor

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

„Ungeschützter Aufenthalt in der Sonne kann zu vermehrtem Schwitzen“ führen, warnt die Landessanitätsdirektion Wien, in Folge komme es zu „körperlicher Überwärmung und Hitzestau bis hin zu Hitzschlag, Kollaps, Verwirrtheit und im schlimmsten Falle zum Tod“. Was ein Sommer! In Österreich werden in diesem Jahr alle Rekorde gebrochen, in Neusiedl am See misst man zum ersten Mal eine Temperatur höher als 40 Grad, in Wien sind es immerhin noch 39,5 Grad. Die Landessanitätsdirektion empfiehlt, Schatten aufzusuchen.

Keine Hitzetoten

Es ist sooo heiß, dass sich die Binsen-Filter im Gehirn abgeschaltet haben. Und die Scham-Filter auch. Die Boulevardjournalisten rufen offenbar ständig bei der Rettung an und fragen, ob es viel zu tun gebe. Die entwarnt genervt, man habe nicht signifikant mehr Arbeit als an anderen Tagen, es gebe keine „Hitzetoten“. Und ein befragter Hitze-Experte entgegnet mit wienerischer Boshaftigkeit: Wer umkippt, könne eigentlich ganz beruhigt sein, denn das Umfallen reguliere den Körper, und „zu 99,9 Prozent führt ein Kreislaufkollaps nicht zum Tode“. Hach, in Wien graut es die Leut‘ so intensiv vor der Hitze, bis sie eine Gänsehaut haben. Weiterlesen