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Beiträge aus der Kategorie ‘Nepal’

Nepal: Rekorde in der Todeszone – und Lebensgefahr im Bus

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Mount Everest, Mount Everest, Mount Everest. Der höchste Berg der Welt ist das große Thema: Die Kollegen von der FAZ zählen einige der Rekorde auf, die zuletzt in der eisigen Höhe hätten gefeiert werden können (wenn es da oben nicht so lebensfeindlich wäre), wir lesen vom ersten Nepali ohne Arme, von einer Inderin mit nur einem Bein, von der ersten Araberin, von einem 80-jährigen Japaner und von einem 81-jährigen, der seinen Rekordversuch abbrechen musste. Spiegel Online beeindruckt mit der Geschichte von Apa Sherpa – Spitzname „Super-Sherpa“ –, der 21 mal oben stand. Genau so oft hat das übrigens der weniger bekannte Sherpa Phurba Tashi geschafft (den Rekord unter den so genannten „non-Sherpa climbers“ hält der Amerikaner Dave Hahn mit 15 Besteigungen). Weiterlesen

Nepal: Frömmigkeits-Expo in Lumbini und Stupas in Kathmandu – die Tempel des Buddhismus

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Kleines Licht für ein großes Anliegen: Die Ewige Flamme brennt für den Weltfrieden

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Ich weiß nicht, wie ich darauf gekommen bin, ihm die Arbeit abzunehmen. Wahrscheinlich hatte ich nur das Bedürfnis, während unserer Auszeit mal wieder zu radeln. Jedenfalls habe ich meine Beine ausgestreckt, seine Füße in den ausgelatschten Flipflops freundlich von den Pedalen wegkomplimentiert und stattdessen meine Outdoor-Sandalen darauf platziert und getreten. Die Rikscha machte einen Satz nach vorn, und es gelingt uns, die kleine Rampe hinaufzufahren (bei den letzten beiden musste der Fahrer absteigen und schieben). Jetzt nimmt er die Beine hoch – fragt sich wahrscheinlich: „Was ist nur mit den Touristen los heutzutage?“ – und lässt mich sein Motor sein. Nach einer Weile gefällt es ihm, er ruft seinen Kumpeln etwas zu, was ich nicht verstehe. Breit lächelnd lenkt er das Dreirad durch den weitläufigen Park von Lumbini.  Weiterlesen

Nepal: Über das Leben, das Glück und den Tod – in den Tempeln der Hindus

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Ein Mann und seine Opfergabe: Im Tempel Dakshinkali werden der Göttin Kali nicht nur Tiere geweiht, man bringt auch Räucherstäbchen, Blumen und Kokosnüsse

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Blut, der ganze Boden ist voll Blut. Und bis auf uns Ungläubige, trägt hier niemand Schuhe. Mit nackten Füßen stapfen die Menschen durch Pfützen und Lachen von Blut, und sorgen dafür, dass der graue Stein im Tempel Dakshinkali noch roter wird, indem sie enthauptete Hähne oder abgeschlagene Ziegenköpfe hinter sich her zerren und kurz auf einer Stufe ablegen. Es ist ein irritierender Anblick, wie sich das Maul öffnet und wieder schließt und noch einmal öffnet. Die letzten Momente im Leben eines Tieres, das stirbt, um eine blutrünstige Göttin mild zu stimmen.  Weiterlesen

Nepal: Mammut-Man und Empathie-Girl – ein Paar auf Reisen

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Klasse Kameraden: Dirk und Guide Som auf dem Hof einer Grundschule in Monjo. Die hat von der Deutschen Nepalhilfe in Stuttgart eine neue Toilette gestiftet bekommen

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Für ein Kompliment habe ich es gehalten als mir unser Guide sagte, dass mich die Sherpa im Restaurant des „Namche Hotels“ angeblich „Mammut-Man“ nennen. Ich dachte, weil ich groß und breit bin und mit 1,92 Metern die kleinen und schmalen Angehörigen des Bergvolks rund um das Himalaya-Dorf Namche-Bazaar deutlich überrage. Zudem zeigt meine Ausrüstung das Symbol des ausgestorbenen Ur-Elefanten. Doch Som sagt, nicht nur Kleidung und Größe sei der Grund. Der Spitzname habe zwar mit Jacke und Hose, Schuhen und Mütze zu tun, die von Mammut sind. „Vor allem aber faszinieren Haare und Bart. Du bist grau-schwarz wie Mammut.“ Und er kichert ein kleines keckerndes Nepali-Lachen. Weiterlesen

Nepal: Trekking im Himalaya – 5. Etappe von Tashinga zum Kloster Tengboche

Höhe Tashinga: 3450 Meter • Höhe Tengboche: 3860 Meter • Distanz: ca. 4 Kilometer • Gehzeit: ca. 2,5 Stunden • Besonderheit: steiler Anstieg, sehr guter Everest-Blick, berührende Momente im Kloster, am Thamserku wandern wir bis zu den Steinmanderln auf eine Höhe von 4000 Metern

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Rehe über dem Tor zum Kloster Tengboche: Die Tiere waren Buddhas erste Zuhörer

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Es ist kalt. Wenn man eine Hand flach auf den Steinboden legt, dauert es nur wenige Augenblicke, bis sich die Finger steif anfühlen. Den jungen Mann scheint das nicht zu stören. Er geht barfuß, passiert mit ruhigem aber raschem Schritt die Sitzreihen der anderen Mönche. Sein Platz befindet sich bereits in einer der mittleren Reihen, ein Beweis dafür, wie lange er schon hier lebt. Im buddhistischen Kloster von Tengboche dreht sich eigentlich alles um Zeit. Mit den Jahren nähern sich die Mönche ihrem Lama, wie der Erleuchtung. Jetzt setzt sich der Mönch im Schneidersitz auf ein rotes Kissen unterhalb der gold schimmernden Buddha-Statue, nimmt sein Werkzeug und lässt den Sand rieseln. Vorsichtig und präzise fallen die gefärbten Körner auf ein großes Holzbrett, fügen sich zusammen zu den Farbflächen und Linien eines bunten Mandalas.
Nepal_Tengboche_Mandala_Moench.jpg Weiterlesen

Nepal: Trekking im Himalaya – 4. Etappe von Namche Bazaar nach Tashinga

Höhe Namche Bazaar: 3440 Meter • Höhe Tashinga: 3450 Meter • Distanz: ca. 8 Kilometer • Gehzeit: ca. 3 Stunden • Besonderheit: Kikeriki im Bauch; wir treffen den Inhaber der Herman-Helmers-Bäckerei von Namche; Wanderung auf einem Panorama-Weg, immer im Blick die 6856 Meter hohe Ama Dablam

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Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Kikeriki im Bauch – das klingt prosaischer als es ist. Ich hatte viel Respekt vor der Höhe. Doch selbst das Trekking bis auf 3900 Meter machte mir kaum zu schaffen, etwas kurzatmig war ich, kam aber gut hinauf nach Namche Bazaar, dem wichtigsten Dorf in der Kumbhu-Region. Doch seit der Nacht rumort es in meinem Unterleib und ständig checke ich, ob eine Toilette in der Nähe ist. Verantwortlich für den Hühnerstall im Unterleib mache ich das Restaurant des Hotels, sah ich doch, wie am Abend die Kellnerin mit ihrem Lappen erst einen Tisch ab- und dann ein Glas ausgewischt hatte, bevor sie Bier hinein goss. Schon beim Gedanken daran könnte ich los sprinten.

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Interview mit dem Mann, der hinter der Hermann-Helmers-Bakery steckt: Ang Dorjee Sherpa (links) zählt zu den einflussreichsten Geschäftsleuten in Namche Bazaar

Ang Dorjee Sherpa profitiert doppelt von Leuten wie mir. Zum einen ist er Mit-Inhaber des Hotels, es wird geleitet von seiner Frau Thanktok Ang Dorjee Sherpa. Zum anderen betreibt er die „Herman Helmers Bakery“, die ist ein Joint Venture mit einer deutschen Bäckerei in Kathmandu. In der Filiale in Namche, die auch Pizza anbietet, essen vor allem Gäste, die sich nach dunklem Brot sehnen, und die sich vom deutschen Namen ein wenig mehr Hygiene versprechen. Weiterlesen

Nepal: Trekking im Himalaya – 3. Etappe von Namche Bazaar nach Khumjung

Höhe Namche Bazaar: 3440 Meter • Höhe Khumjung: 3850 Meter • Distanz: ca. 6 Kilometer • Gehzeit: ca. 4 Stunden • Besonderheiten: Susanne geht es nicht gut; Wanderung bis auf 3900 Meter, toller Blick auf Ama Dablam und den Mount Everest; erste Begegnung mit der Sherpa-Kultur

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Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Dass es ihr heute nicht gut gehen würde, hatte sich schon gestern Abend abgezeichnet. Jetzt sitzt Susanne am Frühstückstisch wie ein Schatten ihrer selbst, ein Häuflein Elend mit Kopf-, Nacken- und Magenschmerzen, mit Durchfall und Appetitlosigkeit. Die Höhenkrankheit? Sicherlich setzt ihr die Höhe zu. Doch sie kennt die Symptome der Migräne nur zu gut. Und so ist klar: Sie wird heute das Zimmer nicht verlassen können.

Für einen Moment komme ich mir wie ein Verräter vor als ich beschließe, dennoch mit Som eine Tour zu machen und Susanne zurück zu lassen. Aber ist die Geschichte des Alpinismus nicht auch eine der miesen Heroen? Hat nicht Reinhold Messner am Nanga Parbat seinen Bruder zurück gelassen, ist nicht Gerlinde Kaltenbrunner ohne ihren Mann auf den K2 gerannt, schickte Speedkletterer Benedikt Böhm nicht kurz unterhalb des Manaslu-Gipfels seine Begleiter ins Basecamp und stürmte allein weiter? Susanne sagt matt: „Geh nur.“

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Trekking-Stampede: Namche Bazaar ist Ausgangspunkt für Touren ins Everest Gebiet Weiterlesen

Nepal: Trekking im Himalaya – 2. Etappe von Monjo nach Namche Bazaar

2. Etappe: Höhe Startort Monjo: 2850 Meter • Höhe Zielort Namche Bazaar: 3440 Meter • Distanz: ca. 5 Kilometer • Gehzeit: ca. 3 Stunden • Besonderheiten: großer Höhenunterschied, schlimmer Anstieg, erster Blick auf den Mount Everest

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Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Es ist kalt, als wir gegen 8.30 Uhr aufbrechen zu dieser kurzen, aber recht anspruchsvollen Etappe. Ihre Herausforderung: die Höhe. Schon gestern haben wir deutlich spüren können, dass Höhe schlapp macht – ging es hinauf, wurden wir schnell kurzatmig. Namche Bazaar liegt auf 3440 Meter. Besonders der letzte Anstieg soll lang und steil sein. Und atemraubend. Weiterlesen

Nepal: Trekking im Himalaya – 1. Etappe von Lukla nach Monjo

1. Etappe: Höhe Startort Lukla: 2860 Meter • Höhe Zielort Monjo: 2850 Meter • Distanz: ca. 12 Kilometer • Gehzeit: ca. 5 Stunden • Besonderheiten: viel Verkehr auf dem wichtigsten Abschnitt des Himalaya Highways

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Start am Flughafen von Lukla: Träger und Touristen auf dem Weg nach Monjo

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Wie konnte das passieren? Plötzlich präsentiert uns Guide Som einen jungen Kerl und erklärt in seinem knorrigen, nicht immer leicht verständlichen Englisch: „You. Porter.“ Es dauert einige Momente, bis ich begreife: Der Junge, der da vor mir steht und aussieht, als wäre er gestern 15 geworden, wird meinen Rucksack tragen. Ich protestiere. Doch dann beuge ich mich der Erkenntnis, dass ich a) tatsächlich besser fotografieren und notieren kann, ohne Gepäck auf den Schultern, und dass b) der Junge von dem Geld lebt. Und doch ist es ein seltsames Gefühl, hinter dem eigenen Rucksack herzutrekken.  Weiterlesen

Nepal: Trekking im Himalaya – der Flug nach Lukla

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Festhalten für die Landung: Sturzflug auf den Flughafen von Lukla

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Als einer der zehn gefährlichsten Flughäfen der Welt gilt der kleine Tenzing-Hillary-Airport von Lukla. Die Landebahn wurde Anfang der 1960er in den Fels gemeißelt und erst 2001 asphaltiert. Nur 457 Meter misst die Piste, die ein Gefälle von bis zu 12 Prozent aufweist. An der einen Seite bricht sie abrupt ab, am Fuße der 600 Meter tiefen Steilwand fließt der Dudh Kosi, der weiß schäumende Milchfluss. An der anderen Seite begrenzt der Berg, an den sich das auf 2850 Meter Höhe gelegene Lukla schmiegt, abrupt die Landebahn mit einer Wand. Die ist etwa acht Meter hoch. Ein Weg führt darüber hinweg, verbindet den Airport mit der Stadt. Ein Stacheldrahtzaun grenzt den Pfad vom Airport ab. Und durch die Maschen betrachten und fotografieren die Touristen, wie die Maschinen angesegelt kommen, voll bremsen und kurz vor ihren Füßen abbiegen in Richtung des Terminals.  Weiterlesen