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Beiträge aus der Kategorie ‘Lieblings:Bilder’

Mit der Kraft von Kodakchrome: die Fotografien des Steve McCurry

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Viele seiner Fotos sind preisgekrönt, manche weltberühmt: „Frauen schützen sich gegen einen Sandsturm“, Rajasthan 1983, und „Afghanisches Mädchen“, Peshawar 1984, gewannen beide bei den World Press Photo Awards

Eine Gruppe junger Frauen, in rote Tücher gewickelt drängen sie sich zusammen, suchen Schutz vor einem aufziehenden Sandsturm. Bedrohlich beige-braun sind Himmel und Erde, nackte Bäume zeichnen sich ab, verschwinden im Sand wie in einer Nebelwand. Die Kleider der Frauen leuchten vor dem fast monochromen Hintergrund. Man kann ihre Furcht spüren und doch den Blick nicht abwenden. Die in strahlende Gewänder gehüllten Frauen, das düstere Unwetter, die unheimliche Faszination eines nahenden Unglücks.

Es ist ein Foto typisch für Steve McCurry, spannungsgeladen, überraschend, dicht dran, von zeitloser Ästhetik. Jeder kennt das berühmteste Bild des Amerikaners, es zeigt eine junge Afghanin, mit strahlend grünen Augen sieht sie uns unverwandt an. McCurry hat das Mädchen im Dezember 1984 fotografiert, einige Monate später wurde das Bild auf dem Titel des US-Magazins National Geographic abgedruckt. Man hat das Foto sogar mit Leonardo da Vincis Mona Lisa verglichen. Es ist eine Ikone der Pressefotografie des letzten Jahrhunderts. Weiterlesen

Reise in die Kunst-Welt: Zirkus Art Basel – ein Esel, eine Favela und so viel Geld wie nie zuvor

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Stars vor der Manege: Ein Esel mit Blume hinterm Ohr, und am Morgen stehen die Kunstinteressierten an für den Einlass

„Hast Du bemerkt“, fragt ein Franzose seinen Begleiter am Stand der Gagosian Gallery, „es gibt hier keine Infos zu den Werken. Die gehen davon aus, dass die ausgestellte Kunst bekannt ist.“ Gagosian hat hochkarätige Künstler im Angebot: Jean-Michel Basquiat, Gerhard Richter, Andy Warhol, Sigmar Polke, Andreas Gursky und Ed Ruscha. Es wirkt wie der Beleg für den Anspruch der Art Basel, die bedeutendste Kunstmesse der Welt zu sein. Hier kennt man sich aus. Hier wird Geld gemacht. Und trafen sich vor zwei Wochen noch Künstler, Sammler, Museumsdirektorinnen und Kunstvernarrte zur Biennale in Venedig als Wettschau der Kreativität, so hat die Art Basel einen ganz anderen Charakter: Kunstsammler sorgen dafür, dass erneut Umsatzrekorde erzielt werden.

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Kanonen und Skulpturen: Jeff Koons „Toy Cannon“ schießt Blumen, Anthony Gormelys „Drift I“ spielt mit geometrischen Formen 

Seit einigen Jahren besuche ich im Juni die Art Basel. In der Schweiz werden große Namen für große Summen gehandelt. Die Messe bietet aber auch einen großartigen Überblick zur Gegenwartskunst. Und wenn ich hier bin, in der pittoresken Stadt am Rhein, in der zur Messe die Hotels teurer sind als in Tokio, interessiert mich vor allem: Welche Themen prägen die Kunst der Zeit? Weiterlesen

Lese-Stoff: Eine Hommage auf das Leben vor der Küste – Inselstolz

Bulle von Helgoland, ©Ankerherz-Verlag

Fussballstar, ©Ankerherz-Verlag

Charakter-Köppe: Von Journalisten hält der Polizist Kenneth Rostig nicht viel, seit einer dem Helgoländer ein Kinn wie Quentin Tarantino angedichtet hat. Der Fußballer Jonny Vestering hat in seiner Laufbahn mehr als 1500 Tore geschossen, nach ihm wurde ein Stadion benannt (Abbildungen ©Inselstolz)

Immer wieder musste ich Susanne aus diesem Buch vorlesen. Anfangs hörte sie aufmerksam zu, doch nach und nach begann sie – während ich las! –, andere Dinge zu tun. Vielleicht mag ich die „Inselstolz“-Geschichten ein wenig zu sehr. Warum? Weil ich selbst mal Insulaner war, undzwar auf Helgoland. Damals gab es noch einen nennenswerten zollfreien Einkauf, eine Stange Zigaretten kostete nur etwa halb so viel wie auf dem Festland, auch Alkohol konnte man günstig einkaufen, und zu Tausenden kamen die Tagesgäste mit den Ausflugsschiffen auf die Insel. Ich gehörte zu den Saison-Kräften, die ihnen das Zeug andrehten. Es war kein sonderlich ruhmreiches Kapitel meiner Autobiographie (doch das ist eine andere Geschichte), aber ich war jung und brauchte das Geld.

In dieser Zeit habe ich viel gelernt, vor allem über das Leben auf einer Insel. Wie wenig sie das Paradies ist, nachdem wir Festlandratten uns sehnen, wenn wir uns Robinson zu sein wünschen. Nix Einsamkeit, nix Abgeschiedenheit. Auf Helgoland kennt jeder jeden. Jeder zweite verdient an den Tagesgästen, als Kapitän, Geschäftsinhaber, Kneipier, Hotelier. Und keiner gönnt dem anderen den Erfolg (sei der noch so mickrig). Doch das kriegt man erst nach einer Weile mit, wenn man kapiert, dass all die lächelnden Kerle, die da zusammen so kumpelhaft in den typisch blau-weißen Helgoländer Trachten im Schifferklavier-Orchester musizieren, eigentlich ständig Streit miteinander haben. Einer der Musiker sagte damals zu mir: „Hier gönnt keiner dem anderen das Schwarze unter den Fingernägeln.“ Weiterlesen

Souvenirs aus Japan: Wie Profi-Fotografen das Bild eines Landes prägten

Mkg_Typisch_Japan_pushresetJapan-Kitsch: Ein tätowierter Mann zieht eine schöne Frau durch ein zauberhaftes Land

„Globetrotter, wörtlich Erdumtraber, ist die technische Bezeichnung für ein Genus, dessen Auftreten in größeren Massen, ähnlich dem der Phylloxera oder des Coloradokäfers, erst in der Neuzeit beobachtet worden ist“, schreibt im Jahr 1888 der Metallurg und Autor Curt Adolph Netto. 13 Jahre hatte er in Japan gelebt, Bergwerksanlagen in Kosaka modernisiert und an der Universität von Tokio gelehrt. Für sein Wirken erhielt Netto vom japanischen Kaiser sogar einen Orden. In Deutschland wurde der gebürtige Sachse bekannt für seine Reise-Berichte, erschienen in dem Buch mit dem hübschen Titel „Papierschmetterlinge aus Japan“.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wird der Staat in Fernost zu einer Art Sehnsuchtsziel vieler Reisender – sie träumen vom Reich der Kirschblüten und Kanji, der handkolorierten Landschaften und zarten Geishas. Und so mancher macht sich auf in das verheißungsvolle Land. Anfangs sind es vor allem Globetrotter, später kommen dann die ersten noch kleinen Reisegruppen, die – etwa mit Unternehmen wie Thomas Cook – durch Japan touren wie heute so mancher Japaner durch Europa: straff durchorganisiert, viele Highlights in wenigen Tagen. Weiterlesen

Nepal: spielen, lachen, lausen – die Kinder eines Landes

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Blumen im Haar und als Kette um den Hals: Den Bruder und seine Schwester treffen wir im Dakshinkali-Tempel bei Kathmandu, während des wichtigsten religiösen Festes im Land, dem Dasein bzw. Dashain. Es wird zu Ehren der Göttin Parvati gefeiert, in diesem Tempel wird ihren furchtbaren, bösen Seite gehuldigt – Durga und Kali. Sie ist die Göttin des Todes und der Zerstörung. Ihren aufrichtigsten Anhängern zeigt sie aber auch ihre liebevolle, fürsorgliche Seite. Die Gläubigen opfern lebende Tiere, Kokosnüsse, Blumen. Stolz zeigen uns die beiden Kinder ihre Tika, Priester malen den kunstvoll gestalteten Punkt als Segnung auf die Stirn. Er ist Beweis für die Gläubigkeit der Menschen in diesem Land, das zu den ärmsten der Welt gehört. In Nepal sterben noch immer viele Kinder an den Folgen chronischen Durchfalls, ausgelöst durch mangelnde Hygiene. Auch der Tempel ist kein reinlicher Ort, überall Blut, Eingeweide, Unrat. Und doch ist die Andacht und Spiritualität der Menschen spürbar. Die beiden Kinder sind mit ihren Eltern da – und freuen sich auf das große Familienfest am Nachmittag. Die Tiere, die man der Göttin opfert, werden während der Feiertage mit Familie und Freunden in großer Runde verspeist.

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Tod und Vergänglichkeit, Spiel und Spaß: Während der Feiertage werden überall im Land große Bambus-Schaukeln aufgebaut. Diese hier steht neben den Eingang zum Pashupatinath Tempel in einem Vorort von Kathmandu. Der große Komplex ist der Göttin Shiva geweiht und die Nekropole der Hauptstadt. Der Rauch, der im Hintergrund aufsteigt, stammt von den Scheiterhaufen, auf denen am Fluss Bagmati die Toten verbrannt werden. Es gilt als erstrebenswert, dass die Asche in diesen Fluss gestreut wird, nur so umgeht man eine weitere Inkarnation als Mensch. Die Kinder stört der beißende Rauch nicht, sie haben Spaß. Solche Momente der Unbeschwertheit und Freude sind keine Selbstverständlichkeit in dem Land, in dem rund ein Drittel der Jungen und Mädchen arbeiten müssen. Ohne dass sie dann selbst über das verdiente Geld verfügen und sich etwa Essen kaufen dürfen. Rund die Hälfte der Kinder in Nepal gelten als unterernährt.  Weiterlesen

Kreuzfahrt in die Antarktis: Pinguine – Frackträger im ewigen Eis

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Morgenspaziergang: Königspinguine watscheln über den Volunteer Beach im Norden von Ostfalkland. Die Sonne scheint, und die Temperaturen erreichen heute ungewöhnlich warme 10 Grad. Rund 1000 Königspinguine brüten hier, auf einer der beiden Hauptinseln des Falkland Archipels, sie ziehen jährlich etwa 500 Küken auf. In 10 bis 13 Monaten wachsen die Jungtiere zu den etwa 80 Zentimeter großen Vögeln mit der charakteristischen goldenen Halskette heran

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Nanu? Rentiere staksen durch eine Kolonie von Königspinguinen auf dem von Teichen und Wasserläufen durchzogenen Grasland der Fortuna Bay in Südgeorgien. Es ist wohl eine der letzten Begegnungen zwischen Pingus und Huftieren, denn die von den Menschen als lebender Fleischvorrat auf die Insel gebrachte Hirschart gehört hier nicht hin und soll genau so ausgerottet werden wie die auf Walfängerschiffen aus Norwegen eingeschleppten Ratten   Weiterlesen