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Beiträge aus der Kategorie ‘Australien’

Australien: Abschied von downunder. „Hooroo Sydney – Moin, moin Hamburg“

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Letzte Blicke: vom Flughafen auf Sydney und vom Flugzeug auf das Land downunder

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Es wird ein Flug ins Glück. Denn nach den Daten, die im Happy Planet Index veröffentlicht sind, ist Deutschland ein glücklicheres Land als Australien. Laut Glücks-Index, ein Wert, der sich zusammen setzt aus dem Wohlgefühl der einzelnen, der durchschnittlichen Lebenserwartung und dem ökologischen Fußabdruck des Landes, liegt Deutschland auf Rang 46 mit einem Wert von 47,2. Auf Platz 76 finden wir Australien mit einem Wert von 42,0.

Doch wenn man die Daten im Detail betrachtet, ergibt sich ein neues Bild: Was ihre persönliche Zufriedenheit betrifft, stehen die Australier weltweit auf Rang 8, die Deutschen deutlich dahinter auf Platz 27. In Sachen Lebenserwartung wuchten sich die Aussies auf Platz 4, während die Deutschen mit ihrem um anderthalb Jahre niedrigeren durchschnittlichen Sterbealter von 80,4 auf Rang 19 liegen. Hier zeigt sich, welchen Einfluss das persönliche Glück auf die Lebenserwartung hat, denn in den Berichten der Weltgesundheitsorganisation WHO gelten die Australier als übergewichtig, faul und herzinfarktgefährdet – und werden trotzdem älter als die Deutschen. Auch in anderen Faktoren haben uns die Australier überholt, das Durchschnittseinkommen ist höher, selbst im Governance Ranking, einem Gradmesser für die Stabilität und Sicherheit eines Staates, liegt downunder vorn. Weil der ökologische Fußabdruck der Aussies so miserabel ist, führt Deutschland im Glücksindex. Weiterlesen

Australien: ein Hotel als Bühne, Nightlife in Newtown und unsere Lieblings-Restaurants und -Bars in Sydney

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Newtown, Sydney: ein einfacher Stadtteil und ein Klasse-Kerl – Christian vor seiner Bar „Midnight Special“

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Wie er da so steht, erinnert er an den amerikanischen Komiker Jack Black – der füllige Leib steckt in einer kurzen, selbst abgeschnittenen Hose, die langen Locken umspielen ein Gesicht, aus dem der Schalk lächelt und dabei eine veritable Lücke zwischen den Schneidezähnen zur Schau stellt. Christian posiert für uns vor seiner Bar „The Midnight Special“ in einem Stadtteil Sydneys, den wohl nur wenige Touristen kennen: Newtown. Auf dem Weg aus der Innenstadt kommt man durch Viertel wie Haymarket und Ultimo, Chippendale und Redfern, es geht vorbei an der University of Sydney und an einer langen langen Straßenfront mit niedrigen Gebäuden voller Shops und Boutiquen, Cafés und Restaurants. Fast zehn Kilometer lang soll die Einkaufsmeile auf King Street und Enmore Road sein mit ungefähr 600 Geschäften. Weiterlesen

Australien: Yoga by the Sea in Bondi, Aborigine-Art in Redfern und die Sache mit den Haien

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Berühmter Rockpool: Bondis „Icebergs“ ist ein Fitness-Club mit Schwimmbecken

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Erst wenn man wieder ganz selbstverständlich Zeit am Meer verbringt, fällt einem auf, wie sehr man es vermisst. Wie gut es tut, diese Luft einzuatmen, in die Weite zu blicken, und die Gelassenheit zu erleben, die an der See aus irgendeinem Grund sofort von einem Besitz ergreift – völlig egal, ob man es eigentlich nicht mag, feinen Sand zwischen den Zähnen und den Zehen zu haben, und dass es einen nervt, wenn die Brille von der Gischt immer trüb ist.

Wir haben eine Stunde „Yoga by the Sea“ gebucht. Wir dachten, was eine nett-verrückte Idee, zum Frühsport ans Meer zu fahren. Und wir haben, ehrlichgesagterweise, ein wenig damit gerechnet, die einzigen zu sein, die das tun. Doch weit gefehlt. Rund 30 Frauen und fünf Kerle liegen jetzt am Rand des berühmten Pool-Clubs „Iceberg“. Und sollten wir erwartet haben, die einzigen Deutschen zu sein, Pustekuchen, außer uns tun noch sechs andere Sauerkraut-Yogisten wie uns Lehrerin Sasha geheißen hat: Wir liegen ganz ruhig da, wir fühlen den Boden unter unseren Schultern, Hüften und Fersen, wir atmen bewusst und sind ganz da im Hier und Jetzt. Weiterlesen

Australien: Sydney mit dem Holland-Rad – Surry-Hills, Waterloo und Manly

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Wertvolles Wahrzeichen: Der dänische Architekt Jørn Utzon entwarf die Oper Sydneys, die sollte 3,5 Millionen Pfund kosten – sie wurde 46,5 Millionen Pfund teurer und acht Jahre später eröffnet als geplant. Beim Landeanflug auf die schönste Stadt der Welt wirkt sie fast zierlich neben den Hochhäusern des Central Business Districts

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Der Himmel hängt voller Fahrräder, und für einen Augenblick wähnt sich ein leidenschaftlicher Radler wie ich im Paradies. Bis ich die Preisschilder an den Single-Speedern und Retro-Bikes erkenne, die bei „Deus ex Machina“ auf diese spezielle Weise ausgestellt sind, indem der Kunde unter ihnen lustwandeln kann. Die Ameisenperspektive als Kaufanreiz. Doch wenn das Paradies ein Ort ist, an dem einem widerfährt, was man sich am meisten wünscht, wären in meinem alle Fahrräder umsonst. Dieser Wunsch ist bei einer deutschen Ameise in Australien besonders groß, da Fahrräder hier deutlich teurer sind als in Deutschland. So wie vieles. Und manchmal möchte man sich vor Unglück einfach nur auf den Boden werfen: Die schönste Stadt der Welt ist leider auch eine der teuersten.

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Australien: Bemerkenswerte Felsen auf Kangaroo Island, Regen in der Wüste und die schönsten Strände der Insel

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Wüste Insel: 70 Meter hoch sind die Sanddünen der „Little Sahara“, in der es gleich anfängt zu regnen

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

„It is a sign“, sagte Ron noch als wir uns voneinander verabschiedet hatten, und er wies zum Himmel, an dem sich sehr hohe, sehr langgezogene Wolken bildeten, der Wind frischte auf. „The change will come.“ Es klang fast unheilvoll. Vielleicht hatten wir es deshalb gar nicht so ernst genommen und sind deshalb umso überraschter als der Regen kam. Wir saßen auf einer Sanddüne inmitten der „Little Sahara“, bis zu 70 Meter hoch sind die goldgelben Buckel im Süden von Kangaroo Island. Als wir ankamen knallte noch die Sonne auf uns herab. Doch innerhalb von Minuten zog sich der Himmel zu. Und es begann zu regnen. In der Wüste. Weiterlesen

Australien: Kängurus und Koalas auf Kangaroo Island

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Angestachelt von ganz viel Angst: Der Schnabeligel wollte in den Wald und hat sich am Straßenrand verlaufen. Weil wir befürchten, dass das Echidna überfahren wird, retten wir das Stachel-Knäuel

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Da igelt es sich am Straßenrand ein, drängt den kleinen stacheligen Körper fest gegen die Brücke. Wir stehen davor und wissen nicht, was tun. Das Echidna – deutsch auch Ameisen- oder Schnabeligel – ist vor uns über die Straße gelaufen, hat plötzlich eine Kehrtwendung gemacht und rannte in einem weiten Bogen zurück, um an die Brüstung einer Brücke zu prallen, die einen der Creeks auf Kangaroo Island quert. Aber von dieser Stelle gibt es für das Tier kein zurück in die Büsche. Wir befürchten, dass es über die Straße flitzen wird. Und dass ihm dasselbe Schicksal widerfährt wie vielen Tieren auf der Insel.

Als wir den Mietwagen übernahmen, warnte uns der Budget-Angestellte: „Ihr werdet tote Tiere sehen.“ Die Erklärung ist banal: Wallabys und Kängurus sind nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich vor der Hitze in Gebüschen oder unter Bäumen. Mit der Dämmerung hoppeln sie los, um auf Wiesen zu äsen. Und hüpfen einfach über die Straße. Da hilft auch kein Hupen. Deshalb wird Touristen geraten, nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr Auto zu fahren. Die Einheimischen bauen sich martialische, so genannte Bullcatcher an die Wagen und bolzen die Tiere einfach über den Haufen. Die verenden am Straßenrand. Ein Anblick, der einem nicht leicht fällt – diese einzigartigen Lebewesen, die ja auch ein Grund dafür sind, dass man eine so weite Reise angetreten hat, tot im Dreck liegen zu sehen. Weiterlesen

Australien: Kangaroo Island – Robben am Strand und Schnorcheln mit Delfinen

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Ein Paar auf Reisen: Kangaroo Island ist Australiens Naturparadies. Wir beobachten die Seelöwen auf dem Sand der Seal-Bay und die Neuseeländischen Pelzrobben am Admiral’s Arch im Nationalpark Flinders Chase

Ein Reisebericht von Susanne Baade (Fotos) und Dirk Lehmann (Text)

Ach, dieser Geruch: würzig, scharf, mit Noten von Salpeter und Schwefel. Schon bevor wir sie sehen oder hören, wissen wir um die Präsenz der Robben. In der Antarktis hat sich dieser Duft für immer in unser olfaktorisches Gedächtnis eingebrannt (es besteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Hirnregionen, etwa dem für unsere Erinnerungen zuständigen Hippocampus und der für unsere Gefühle wichtigen Amygdala). Nur eines will nicht so recht passen, die Temperatur. In der Antarktis mussten wir meist lange Unterhosen tragen, zwei Paar Wollstrümpfe, dicken Parka, Handschuhe, Mütze. Jetzt stehen wir in Sommerkleidung am Strand von Seal Bay und sehen den Seelöwen zu wie sie auf dem Sand schlafen, ins Wasser robben oder bäuchlings die Dünen runter rutschen. Weiterlesen

Australien: Ein Land für Genießer – die Weinregion Barossa Valley per Mountainbike und Helikopter

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Auch von oben ein Genuss: das Barossa Valley mit seinen geometrischen Weinbauflächen und den wildromantischen Hügelketten, ein von der Sonne verwöhnter Landstrich

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Die ganze Kabine wackelt und vibriert, der Motor brummt, und schließlich hat der Rotor eine Geschwindigkeit erreicht, dass der kleine gelbe Helikopter steil nach oben steigt, sich nach vorn neigt und über eine Hügelkuppe flattert. Durch die dicken Kopfhörer hören wir Pilotin Billie erklären, dass wir nun unsere Flughöhe von 1000 Fuß (etwa 350 Meter) erreicht haben, und dass wir mit einem Tempo von etwa 120 Km/h fliegen. Unter uns das Barossa-Valley. Überall Weinreben in langen, akkurat parallel stehenden Reihen, Felder, in die Muster gepflügt wurden, Straßen, Häuser, Tankstellen. Aus der Luft wirkt eines der produktivsten Weinbaugebiete der Welt verblüffend klein. Weiterlesen

Australien: „Thriller“ in der Markthalle von Adelaide, Mettwurst in Hahndorf und Weißwein mit Schokolade

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Man könnte es für eine hinterhältige Form des Fernwehs halten, dass wir nach Monaten unterwegs in einer australischen Kleinstadt stehen, die Sonne brennt auf uns herab, die Blätter der Eukalyptusbäume hängen reglos in der Luft, und wir lesen überall deutsche Wörter: Herford Drive und Aurich Road, ein Restaurant heißt „Lobethal Bierhaus“ (es wirbt mit „Hefeweizen now on tap“), ein Hotel „The Haus“, und in der schwarz-rot-gelb verzierten „German Pantry“ (Slogan: „Home of all Things German“) gibt es „real german Marzipan“ zu kaufen, Pumpernickel und „Linkes Mettwurst“. Doch der australische Twist steckt in der Zubereitungsart, die „German Wurst“ gibt es „plain“, mit Knoblauch oder mit Kängurufleisch. Weiterlesen