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Beiträge aus der Kategorie ‘Ausrüstung und Service’

Material-Check nach der Auszeit: Was hat sich in fünf Monaten bewährt?

Winterhimmel_Elbphilharmonie

In diesem Artikel geht es um die Erfahrungen, die wir mit den Dingen gemacht haben, die uns während unserer fünfmonatigen Auszeit begleitet haben. Viele Leser wollten wissen: Welche Produkte, welche Ausrüstungsgegenstände haben sich bewährt? Was könnt ihr anderen empfehlen, die ebenfalls planen, eine längere Zeit unterwegs zu sein? Was hat nicht so gut funktioniert? Hier unsere Rückschau. Vielleicht kann ja der eine oder andere von unseren Erfahrungen und Beobachtungen profitieren:

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Große Klappe: Unsere Rucksäcke vorm Kofferraum unseres Mietwagens in Kanada und an Dirks Rücken auf der Wanderung zur Fryatt-Hut

Wer auf Weltreise geht, benutzt keinen Rollkoffer. Auch wir haben uns große Trekking-Rucksäcke auf die Rücken geschnallt. Dirk schleppte 23 Kilogramm Kleidung und Ausrüstung im Heron Pro, Susanne trug 12 Kilogramm im kleineren Heron Element. Dank der durchdachten Hüftgurte lassen sich die Rucksäcke gut tragen, beide haben ein praktisches Schuhfach, ein leicht zugängliches Top-Case und viele Riemen und Zuglaschen, die den Rucksack so kompakt wie möglich machen und es ermöglichen, außen noch etwas anzubinden. Was uns nicht gefallen hat: Die Heron-Modelle sind nur bedingt flughafen-tauglich, Laschen, Riemen und Reißverschluss-Zipper lassen sich nicht verbergen und bleiben leicht hängen (ein Zipper riss ab). Zudem fehlt dem kleineren Modell ein Frontreißverschluss, man kann das Hauptfach nur von oben beladen, das erweist sich im Alltag doch als recht umständlich. Weiterlesen

Fünf Monate unterwegs: Resümee einer Auszeit

Nepal_Durga_FestivalLemaire_Kanal_Fels_EisEinfach spitze: Straßendeko in einem nepalischen Dorf für das Durga-Fest, Goldberg im Lemaire-Kanal vor der Antarktischen Halbinsel

Wo war es am schönsten auf eurer Reise? Oder: Wohin würdet ihr noch einmal reisen wollen? Und: Woran erinnert ihr euch besonders gern? Natürlich auch: Was habt ihr am meisten vermisst? Das sind die typischen Fragen, die uns Freunde und Kollegen nach unserer Rückkehr gestellt haben. Und es sind auch die Fragen, die wir hier – statt eines Resümees – beantworten wollen. Weiterlesen

Australien: Bemerkenswerte Felsen auf Kangaroo Island, Regen in der Wüste und die schönsten Strände der Insel

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Wüste Insel: 70 Meter hoch sind die Sanddünen der „Little Sahara“, in der es gleich anfängt zu regnen

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

„It is a sign“, sagte Ron noch als wir uns voneinander verabschiedet hatten, und er wies zum Himmel, an dem sich sehr hohe, sehr langgezogene Wolken bildeten, der Wind frischte auf. „The change will come.“ Es klang fast unheilvoll. Vielleicht hatten wir es deshalb gar nicht so ernst genommen und sind deshalb umso überraschter als der Regen kam. Wir saßen auf einer Sanddüne inmitten der „Little Sahara“, bis zu 70 Meter hoch sind die goldgelben Buckel im Süden von Kangaroo Island. Als wir ankamen knallte noch die Sonne auf uns herab. Doch innerhalb von Minuten zog sich der Himmel zu. Und es begann zu regnen. In der Wüste. Weiterlesen

Portugal: Ein Sommer am Meer – und die Hitze dehnt die Zeit

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Sommer in Portugal: Schließlich finden wir den Campingplatz und errichten unser Zelt

Eine Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Freaks. Man muss uns für Freaks halten, wie wir in unserem Kanada-Outfit in Lissabon stehen – an den Füßen die schweren, Himalaya-tauglichen Wanderstiefel, Socken aus Merinowolle, wir tragen lange Jeans, schwarze Baselayer und Windstopper-Jacken. Die Airlines zwingen einen dazu, so bekloppt auszusehen. Das One-Piece-Concept ist die Pest im zeitgenössischen Luftverkehr. Man darf nur ein Gepäckstück einchecken mit einem Gewicht von maximal 23 Kilogramm, und das erniedrigt besonders Langzeitreisende: Sie ziehen mehr an als sie eigentlich brauchen, damit die Tickets für die Rucksäcke nicht teurer werden als die für ihre Träger. Und dann landet man an einem Septembernachmittag in Lissabon, die Sonne scheint, das Thermometer zeigt 33 Grad. Weiterlesen

Kanada: Happy in urbanisation – vom Campground in die City von Vancouver

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Kanada in a nutshell: Vancouver Island hätte einen längeren Besuch verdient – die Insel ist etwa so groß wie die Schweiz, überzeugt mit wundervollen Stränden und schneebedeckten Bergen

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Auf dem Fährterminal bei Nanaimo werden wir angewiesen, „Omas Schrankwand“ in Spur 32 zu parken, wo wir darauf warten, mit der Fähre von Vancouver Island nach Vancouver überzusetzen. Wir fühlen einen seltsamen Phantomschmerz. Der erklärt sich erst, als wir mit einem Kaffee vor dem Popcornstand sitzend in die milde Mittagssonne blinzeln und dem Hardrock zuhören, der aus dem schwachbrüstigen Radio des älteren Verkäufers plärrt (Rock und Heavy Metal sind der Pop Kanadas): Wir haben eigentlich viel zu wenig Zeit gehabt für diese Insel, die so groß ist wie die Schweiz. Nur von Ferne haben wir die schneebedeckten Berge im Landesinnern gesehen, die tiefblauen Seen, nur auf Durchfahrt die gar nicht so amerikanisch anmutenden Dörfer und die fast viktorianischen Städte mit ihren Stränden, das Licht flirrte durch Kiefern und Pinien. Wir müssen unbedingt wieder kommen, Vancouver Island ist Kanada „in a nutshell“.

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Jetzt trägt uns das Schiff über die Strait of Georgia. Die Sonne scheint, in den windgeschützten Bereichen der Decks sitzen und liegen die Kanadier und genießen die zweistündige Seereise, am Horizont manifestieren sich – noch winzig klein – die ersten Hochhäuser der Skyline. Weiterlesen

Kanada: In „Omas Schrankwand“ von Calgary nach Vancouver – Inside Passage und noch mehr schöne Campgrounds, Teil 3

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Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Trööt, trööt, trööt. Der Warnton aus dem iPhone ist kein schönes Geräusch. Erst recht nicht um 4.30 Uhr morgens an einem Wochenende in den Ferien. Doch schon seit Monaten wissen wir, dass dieser Tag mitten in der Nacht beginnen wird. Seit Wochen planen wir unsere Reise auf diesen Term hin. Und manchmal hat es uns auch genervt, dass wir all die vielen Kilometer fahren „müssen“, um in Prince Rupert auf die Fähre zu rollen, die uns nach Port Hardy auf Vancouver Island bringen wird. Es entschädigt uns aber das Wissen, dass die Inside Passage als Schmuckstück in der Motiv-Sammlung für jeden Seh-Fahrer gilt. Dass sie auch so viel kostet wie ein Einkaräter, soll ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Und doch haben wir uns von Anfang auf die Fahrt durch die Inselwelt vor der Küste British Columbias gefreut. Weiterlesen

Kanada: In „Omas Schrankwand“ von Calgary nach Vancouver – der Norden von British Columbia und weitere tolle Campgrounds, Teil 2

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Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Camper sind eine große Gemeinschaft. Und auf kanadischen Campgrounds scheint diese Regel in besonderem Maß zu gelten – zwischen Wohnmobilen und Zelten kommt man immer wieder mit anderen ins Gespräch. Mal bleibt jemand freundlich neugierig stehen und will wissen, woher wir kommen. Mal hilft jemand, etwa als wir im kathedralengroßen Motorraum unseres Monstertrucks nach dem Öl-Peilstab suchen, es stellt sich zum Glück heraus, dass Omas Wandschrank nicht auch noch ein Ölbrenner ist (überhaupt ist es an der Zeit, unseren braun-beigen Klawitter-Bus zu loben, so genossen wir doch sehr dessen Komfort als ein Gewitter über den Green Lake zog, es schüttete, die Temperaturen sanken auf 5 Grad, aber wir saßen im Wagen, die Heizung lief, wir tranken Tee, schrieben, lasen); ein Camper erzählte, dass sein E-450 rund 30 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht, denn er müsse noch ein Boot ziehen. Aber wir schweifen ab… Weiterlesen

Kanada: In „Omas Schrankwand“ von Calgary nach Vancouver – worauf man achten sollte, wenn man ein Wohnmobil mietet

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Im Himmel über Calgary: Wolken, Straßenschilder und die Sehnsucht nach Weite

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Stau. Stoßstange an Stoßstange schieben sich Pkw und Lastwagen über den Highway in Calgary. Stau. Mehr als Schritttempo geht nicht. Was für viele Autofahrer eine Alltagserfahrung sein mag, kommt uns nach Tagen der Abgeschiedenheit in den Rocky Mountains bizarr vor. So beginnt ein neuer Abschnitt unserer Kanada-Reise: Wir holen ein Wohnmobil ab, um damit von Calgary quer durch Alberta und British Columbia nach Vancouver zu fahren. Rund 3000 Kilometer. Eines der schönsten Road-Movies, das Kanada zu bieten hat. Es läuft allerdings nicht gut an, denn wir erleben vor allem eins – Stillstand.
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Entschleunigung vielleicht ein wenig zu wörtlich genommen: Stau auf der Stadt-Autobahn

Viel später als geplant erreichen wir den Vermieter Go West. Der Wohnmobil-Markt in Kanada ist umkämpft, viele Anbieter, viele Fahrzeuge, viele Preismodelle. Im Sommer sind die Wagen erst teuer und dann rar. Wir hatten uns zu spät darum gekümmert, hätten gern einen kompakten Camper-Van mit einem sparsamen Dieselmotor gehabt. Doch günstige Selbstzünder gibt es nur wenige, kleine Fahrzeuge sind immer als erste weg, und am Ende buchten wir ein 25-Fuß-RV mit Benzin-Motor. Da war uns noch nicht so richtig klar, wie groß ein mehr als acht Meter langer Wagen ist.

Jetzt stehen wir auf dem Hof von Go West – im Schatten eines nicht nur sehr langen, sondern auch 2,5 Meter breiten und fast vier Meter hohen Wohnmobils. Es ist weiß wie ein Kühlschrank. Und auch so kantig.
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Hier beginnt unser Abenteuer: Auf dem Hof von Go West übernehmen wir das Wohnmobil

Mehr als eine Stunde dauert die Übernahme des Wagens. Sehr gründlich geht der Mitarbeiter von Go West mit uns um das Auto herum, verzeichnet jeden Lackkratzer im Protokoll, erklärt den Unterschied zwischen Frischwassertank und Wasserdirektanschluss, zwischen Grau- und Schwarzwasser, zwischen 15 Ampere und 30 Ampere, zwischen Heizung und Klimaanlage. Und sagt schließlich, dass im Wagen eine Bedienungsanleitung liege. Zum Glück. Mir schwirren die Begriffe derart durch den Kopf, dass ich bestimmt den Wasserschlauch in den Schwarzwassertank gefädelt und durch das Klo das kleine Bad mit Waschbecken, WC und Sitzwanne geflutet hätte. Weiterlesen

Fryatt Hut, Teil 5: letzter Tag in der Einsamkeit der Rocky Mountains

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Sag zum Abschied leise Servus: letzter Blick aus der Fryatt Hut auf die Gipfel der Rockies

Beim Frühstück wissen wir noch nicht, dass dies unsere letzten Momente in Einsamkeit sein werden. Wieder scheint die Sonne, wieder kann man nicht draußen sitzen, weil einen Horseflies und Mücken den Garaus machen, und wir würden unser Anti-Bären-Reizgas sofort eintauschen gegen ein gut funktionierendes Insektengift. Wieder haben wir uns im Fluss gewaschen, und im Laufe des Morgens weitere (mindestens 2000) Fotos von den uns umgebenden Bergen gemacht, wie sich ihre Gestalt im Licht des beginnenden Tages von Minute zu Minute ändert.Wer neugierig auf die kleine Hütte in den Rocky Mountains ist, klickt auf das Youtube-Symbol und sieht sich unsere kurze Hotelführung an durch die Sidney Vallence Fryatt Hut – die Perle des Alpine Club of Canada.

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Fryatt Hut, Teil 4: entspannende Tage wie dieser

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Was macht man an einem Tag, an dem man eigentlich nichts machen muss? Man beobachtet die Erdhörnchen, wie sie auf der Wiese nach Futter suchen. Man hört den Kiefern zu, durch deren Nadeln der Wind rauscht. Man beobachtet einen Adler, der am Himmel kreist. Man hackt etwas Holz für den Kaminofen. Man macht sich noch einen Tee. Man liest im Buch und legt es wieder zur Seite. Ein Kolibri tanzt um einen Nadelbaum. Das Murmeltier watschelt in seiner seltsam schwankenden Gangart durch die Büsche. Wir gehen an den Creek und folgen ihm ein Stück bis zum Wasserfall. Mitten in den Fluten liegt ein großer Fels, den wir nach einiger Kletterei erreichen. Die Sonne wärmt den Stein, eine Brise vom Wasserfall hält Moskitos und Horseflies fern. Wir liegen im Fluss, versuchen eine Melodie zu erkennen im Sound des Wassers, wir staunen über Moose und Pflanzen, wie sie sich in den Fluten behaupten, und wir sehen den Wolken zu. Hier ein Film-Schnappschuss (mit Originalsound, den man sich allerdings laut wie eine vierspurige Umgehungsstraße vorstellen muss) von diesem perfekten Tag. Weiterlesen