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Double Room with a View: Gazellen am Strand – das Anantara Al Yamm Villa Resort auf Sir Bani Yas Island

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Ein Paar auf Reisen: Gäste des „Anantara Al Yamm Resorts“ landen in einer anderen Welt – auf einer Insel, die ein Tierpark ist und ein luxuriöses Bungalow-Hotel direkt am Strand beherbergt

Ein Hotelportrait von Susanne Baade (Fotos) und Dirk Lehmann (Text)

Langsam rollt der alte Landcruiser über die bucklige Sandpiste. Wir stehen im offenen Dach und starren wackelnd in das dichte Grün der Büsche und Bäume. Hättest du mit so viel Vegetation gerechnet auf einer Insel, die auch „Desert Island“ genannt wird? Und was hat dieser Baum für seltsame Flecken? Flecken? Baum? Wedelt da etwa ein Schwanz? Wir schauen auf und blicken in das freundliche Gesicht einer Giraffe. Erstaunlich, wie sehr einen der Anblick dann doch überrascht. Dabei hat man sich genau deshalb aufgemacht auf diese Tour, um wilde Tiere zu sehen. Die Giraffe rupft ein paar Blätter ab, kaut entspannt, und wir lassen die Kamera glühen.

Gestern nachmittag sind wir gelandet. Nicht mehr als eine kurze Asphaltpiste im Sand ist der Airport von Sir Bani Yas Island, das Terminal ein fein eingerichteter, überdimensionaler Schuhkarton, in dem – wie überall in den Vereinigten Arabischen Emiraten – Kühlschrank-Temperaturen von etwa 18 Grad herrschen. Susanne hält das nicht aus, sie läuft sofort hinaus. Draußen sind es 34 Grad. Ich warte frierend auf unsere Koffer.

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Wildlife-Tour: Im Allradfahrzeug geht es – mit iPad-Support – über die Insel, auf der nach starken Regenfällen schweres Räumgerät zum Einsatz kommt. Wir sehen Antilopen und Hyänen

Nur drei Paare saßen in dem für 50 Passagiere geeigneten Regionaljet von Dubai. Sie nahmen automatisch den größtmöglichen Abstand zueinander ein. Honeymooner sind manchmal auch schwer zu ertragen in ihrer glückstrunkenen Selbstgenügsamkeit. Und man hörte richtig die zufriedenen Seufzer als sich zeigte, dass da drei saubere Allradfahrzeuge mit laufenden Motoren (damit die Klimaanlage den Innenraum auf 18 Grad runterfrosten kann) warten. Puh, zum Glück fährt jedes Paar in einem eigenen Auto…

Doch wo sind wir hier eigentlich? Gar nicht so leicht, den Charakter dieser Insel zu fassen. Sir Bani Yas liegt etwa zehn Kilometer vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate, bis Abu Dhabi sind es rund zwei Stunden im Auto. Flächenmäßig ist die Insel etwa so groß wie Bonn, hatte aber ursprünglich keine Einwohner. Es gab auch keinen Grund, hier zu leben. Sir Bani Yas war karg, trocken, öde.

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Neugier auf beiden Seiten: Wir blicken auf zur Giraffe, die Giraffe sieht herab zu uns

Bis vor rund 30 Jahren Scheich Zayed bin Sultan Al Nahyan auch hier sein Programm zur Begrünung der Wüsten startete. Tausende von Kilometern an Bewässerungsrohren wurden verlegt und rund 2,5 Millionen Pflanzen importiert. Tiere wurden angesiedelt, zu den hier ursprünglich heimischen Oryx-Antilopen kamen Gazellen und Lamas, Emus und Giraffen, Hyänen und Leoparden. Der Scheich schuf einen Wildpark, wie es viele europäische Herrscher im 19. Jahrhundert auch taten. Allerdings, und das ist ja wohl Ehrensache am Golf, wurde es ein Park der Superlative – zumindest was die Größe betrifft.

Anfangs diente „Desert Island“ nur dem Privatvergnügen des Herrschers. Doch bald wurde die Insel für Wochenend-Besucher geöffnet. Inzwischen gibt es hier zwei Hotels, das neueste hat im Sommer des vergangenen Jahres den Betrieb aufgenommen, das „Anantara Al Yamm Villa Resort“. Vom Flughafen sind es nur ein paar Minuten. Und dann stehen wir vor einer Gruppe niedriger, lehmfarbener Häuser. Das Hauptgebäude birgt Rezeption und Restaurant. Es gibt einen kleinen Außenpool und unverbaubaren Blick auf den Persischen Golf, der für viele Anrainerstaaten der Arabische ist. Ein Streit, der einem fern und unwichtig vorkommt im Moment, in dem man auf das glitzernde Wasser blickt, das goldig und glatt den Strand benetzt.

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Abends kommen die Tiere an Strand: Gazellen traben vorbei an verwaist stehenden Sonnenliegen

Inspiriert wurde die Architektur des Hotels von den Hütten der Fischer, die für eine gewisse Zeit die Insel als Basis für ihre Fahrten genutzt haben: Holzbalken, grob verputzte Wände. Draußen historisierende Einfachheit, drinnen dezente Eleganz: helle Wände, ein großes Bad, ein Sofa, ein Schreibtisch, ein wundervoll breites Bett, ausgerichtet auf die Glastür zum Strand, eine Veranda, und eine Hightech-Lichtanlage, die wir bis zu unserer Abreise nicht verstehen. Man drückt und klickt und irgendwo wird es heller. Aber leider ist es meist die falsche Lampe.

Ein Hotel der Spaziergänge. Klar, es wird den Gästen angeboten, sie mit dem Golf-Caddy vom Bungalow zum Restaurant zu fahren, und noch viel klarer, man kann auch auf der eigenen Veranda essen. Doch als wir am Abend über den Strand schlendern, traben in einiger Entfernung die Gazellen an uns vorbei. Am Firmament, das sich so unfassbar dunkel präsentiert, wie wir als Städter es nur selten zu sehen bekommen, zeichnen sich unzählige Sternbilder ab. Wir streiten über deren Namen. Und kommen fast zu spät zur Käse-Verkostung. Manuel Polin, italienischer Küchenchef des hauseigenen Restaurants „Olio“, präsentiert seine Favoriten, etwa einen wundervoll-würzigen Taleggio aus der Lombardei.

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Luxuriöse Eremitage: Einfachen Fischerhütten sind die Bungalows nachempfunden – und bieten viel Komfort. Dazu ein großartiges Frühstück mit pain au chocolat und ein Pool mit Lifeguard

Anfangs kam es uns befremdlich vor, auf einer arabischen Insel italienisch zu essen. Doch Manuels moderne mediterrane Küche passt gut zu diesem Ort. Wir sitzen draußen, die Zikaden radauen mit ihren Schallplatten, wir essen ein schlichtes Nudelgericht, frische Pasta mit Trüffel. Sehr lecker. Dennoch freuen wir uns besonders auf den Spaziergang zurück zu unserem Bungalow, auf einen grandiosen Sternenhimmel, einen einsamen endlosen Strand, das Meer, so weit wie unsere Sehnsucht.

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Zeichen der Gastfreundschaft: süßer arabischer Kaffee und wohlriechender Weihrauch

Am nächsten Tag begeben wir uns auf die erste unserer zwei Erkundungstouren. Der Heritage-Drive führt in die wenig ereignisreiche Geschichte von Sir Bani Yas, demnach hatte hier um 600 eine kleine Christen-Gemeinschaft gesiedelt, wir stehen vor den Grundmauern eines Klosters. Im 16. Jahrhundert hofften manche Europäer, die Gewässer rund um die Insel wären reich an Perlen-Muscheln (was sie offenbar nicht waren). Schließlich entdeckte der Scheich diesen Ort. Inzwischen sei die Insel besonders bei Paaren aus aller Welt beliebt. Wir fragen, ob man verheiratet sein muss, um hier Urlaub zu machen? Aber unsere Begleiterin, eine junge moderne Frau, unverheiratet, mit schwarzem Kopftuch und rot geschminkten Lippen, die uns bat, ihren Namen nicht zu veröffentlichen, lächelt nur. Und wir tun wie geheißen – pflanzen einen Mangrovenbaum.

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Vergangene Zeiten und fremde Tiere: Unter Wetterschutz liegen die Ruinen einer Christen-Siedlung aus dem 6. Jahrhundert. Die Lamas kamen vor rund 30 Jahren nach „Desert Island“

Ins Tierreich geht es auf Pirschfahrt mit Lisa. Die Engländerin steuert ihr quietschendes Allradfahrzeug in die weitläufig umzäunten Gehege. Immer wieder dürfen wir aussteigen, stehen in der Hitze und lassen uns von neugierigen Lamas beschnuppern. Wir sehen Gazellen und Giraffen, Schafe und Antilopen. Mehrere Stunden sind wir unterwegs. Wir haben Glück, entdecken sogar – zwischen Büschen, unter Bäumen, hinter Zähnen – einige der Leoparden.

Nein, dies ist kein großes Safari-Abenteuer, so manches Game-Reserve in Südafrika bietet eine spektakulärere Tierwelt. Und doch ist Sir Bani Yas Island ein Ort mit Magie – und das Hotel seine luxuriöse Eremitage. Auch am letzten Abend sitzen wir wieder auf der kleinen Holzterrasse, sehen den Gazellen zu wie sie über den Strand trippeln, und blicken auf in den Nachthimmel. Das sollte man auf Desert Island sowieso immer wieder tun – den Blick nach oben richten.

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Wasserspiele: Am Ufer sollen Mangroven wachsen, am Pool stehen Palmen

Was uns gefällt

Sie sagt: Sicherlich ein bemerkenswertes Hotel, konsequent in Gestaltung und Konzept. Und dennoch warm und freundlich. Man merkt sofort, dass eine Frau das Sagen hat – die Mitarbeiter sind viel offener, unverstellter, so entsteht eine Atmosphäre, in der man sich sehr wohl fühlt.

Er sagt: Ein magischer Ort, gut gemachte Bungalows in überzeugender Abgeschiedenheit. Wer für ein paar Tage auf hohem Niveau konsequent aus seinem Leben aussteigen will, der findet hier schon sehr gute Bedingungen…

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Abreise per Schnellboot: Kaum 20 Minuten dauerte die Fahrt von der Insel zum Festland

Anantara Al Yamm Villa Resort, Sir Bani Yas Island, Vereinigte Arabische Emirate, Tel. 00971-2801 4200, www.al-yamm.anantara.de.com

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Feuerwerk_pushresetHinweis: Die Recherchereisen für diesen Blog werden zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien, Reedereien und/oder PR- bzw. Tourismus-Agenturen. Unsere journalistische Freiheit bleibt davon unangetastet. Wir danken den Anantara Hotels und Stromberger in München.

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