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Blogger und PR: „Esel unterwegs“ gewinnt Job auf Malta

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Links? Rechts? Geradeaus? Straßenschilder in der Altstadt von Valletta

Das beliebteste Fotomodel von Bloggerin Carolin ist ein Esel. Warum das Stofftier zu ihrem Helden wurde? Die Bremerin reist zwar gern, will aber nicht immer selbst im Bild sein. Und so setzt sie ihren Esel ins Hotelbett oder auf Norwegens Predigtstuhl. Dass die Idee nicht neu ist (es gibt diverse reisende Stoffies, vom netten Igel bis zu den subversiven Socken), das weiß Carolin. Aber der Esel zieht. Und ihr Blog wurde bereits von der Social-Media-Expertin Kristine Honig vorgestellt. Jetzt hat „Esel unterwegs“ eine von Ltur ausgeschriebene Reise nach Malta gewonnen, um über das „coolest and most eclectic free european summer music event“ zu bloggen.

Wir haben über diesen „Wettbewerb“ berichtet: Ltur forderte die Reiseblogger unter seinen immerhin 40.000 Facebook-Freunden auf, sich für den Party-Trip nach Malta zu bewerben. Eine Jury sichtete und bewertete die Einreichungen. Der Gewinn: Flug, Hotel, Transfer. Die Gegenleistung: Dafür muss man über das Event bloggen. Wir finden nach wie vor, dass diese Form der PR ein Beispiel dafür ist, wie die Zusammenarbeit zwischen Bloggern und Unternehmen in der Zukunft nicht ablaufen sollte. Zum einen gibt es kein klares Konzept, ob Blog und Reiseziel, Blogger und Thema, zusammen passen, entscheidet der Zufall. Zum anderen meinen wir, wer so einen eindeutigen Auftrag erteilt, muss dafür auch ein eindeutiges Honorar zahlen.

Bei Ltur sieht man das anders. Nina Meyer aus dem Social Media-Team sagt, dass bisher noch nie die Frage nach einem Honorar aufgekommen wäre. Man verstehe sich auch nicht als Auftraggeber, der eine Leistung erwarte. Und obwohl Ltur zum Tui-Konzern gehört, der kürzlich erklärte, dass man Blogger bei ihren Recherche-Reisen auch finanziell unterstützen wolle, werden für Carolin nur die Anreise-Kosten übernommen.

Eselunterwegs2Vier Blogger wurden als Bewerber vorgestellt (The Sailor Maid, Breitengrad 53, Bergsportinfo und Esel unterwegs). Letzterer gewinnt, weil – so Nina Meyer – das „Konzept schlüssig ist, schön geschriebene Texte, die Lust machen aufs Mitreisen“. Und selbstverständlich soll Carolin „interessante Geschichten von ihrem Trip“ mit bringen, am besten „Insider Tipps, die man so nicht im Reiseführer liest“ und dazu „Bilder vom Esel an coolen Orten“.

Viel Programm für eine Kurzreise mit Stofftier.

Wir hatten auch Carolin einige Fragen gestellt. Wollten von ihr wissen, welche Erwartungen sie an die Reise hat und an die Zusammenarbeit mit Ltur. Doch Carolin will erst antworten, wenn sie aus Malta zurück ist. Wir sind gespannt, wie es ihr bis dahin ergangen sein wird. Und wünschen ihr viel Spaß bei der großen Party in Valletta, der einstigen Ordensfestung der Mildtätigkeit.

  1. Liebe Susanne & Dirk,
    Danke für die Verlinkung!
    Interessant, dass sich gerade mal 4 (!) Blogger bei 40.000 (!) Facebook-Fans angemeldet haben. Das sagt wohl einiges über die Resonanz hierauf. Ansonsten – Kommentar siehe vorhergehender Beitrag!

    Übrigens: dickes Lob an euer Blog! Interessante Mischung aus Reisen & einer wunderbar eigenen Meinung zur Tourismusbranche! Gerne weiter so!
    LG, Kristine

    20. Juni 2013
    • Liebe Kristine,
      danke für den Kommentar. Ja, auch wir fanden vier Teilnehmer recht wenig. Es zeigt, dass solche Angebote wohl vor allem als Einstieg gesehen werden.

      Und danke auch für’s Lob. Freut uns, erst recht, da es von einem Profi kommt.
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

      20. Juni 2013
  2. Hallo Susanne & Dirk,
    ich hatte meine Bewerbung aus zeitlichen Gründen zu Beginn wieder zurückgenommen und es waren sicher mehr als vier Blogger, die sich dafür beworben haben. Ich war zuvor auf Malta und habe viel von dem Event gehört. Ich habe, ehrlich gesagt, auch schon ganz andere Aktionen von PR für Blogger gesehen.
    VG,
    Jörg

    21. Juni 2013
    • Hallo Jörg,
      ja, das glauben wir gern, dass du schon ganz andere Aktionen gesehen hast – bei der langjährigen Erfahrung, über die du als Reise-Blogger bereits verfügst. So manche Aktion würden wir gern thematisieren. Wir finden es spannend, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Bloggern und Reise-Industrie gestaltet.
      Bei Ltur hatten wir übrigens nachgefragt, wie viele Reise-Blogger sich für die Aktion beworben haben. Man sagte nur ganz wolkig, es seien „mehr als vier“ gewesen, eine genaue Zahl wurde dann aber nicht genannt, nur vier Blogs aufgeführt.
      Herzliche Grüße
      Susanne & Dirk

      2. Juli 2013
      • Hallo Ihr 2,

        die Aktion fand ich jetzt auch nicht so schlimm, deshalb hatte ich ja auch erst mitgemacht, weil ich – wie gesagt – kurz vorher auf Malta war und das Event dort bereits angekündigt wurde.

        Es gibt doch viele Unternehmen, die derzeit auf diese Art und Weise versuchen, Reichweite zu bekommen. Bestes und sicherlich auch attraktivstes Beispiel ist gerade Neuseeland (http://aktion.blog.de/2013/06/13/entdecker-gesucht-blogge-neuseeland-16120800/) , die eine ähnliche Aktion machen. Auch hier müssen sich Blogger bewerben und dürfen dann nach Neuseeland für ein paar Tage und darüber bloggen. Nun ist Neuseeland nicht Malta und für viele sicherlich absolutes Traumziel, aber die Mechanik hinter der Aktion ist gleich.

        VG,
        Jörg

        2. Juli 2013
      • Ja,
        an der Neuseeland-Ausschreibung arbeiten wir bereits, denn die ist besonders infam: Teilnehmende Blogger verpflichten sich per Vertrag
        – täglich zu posten
        – die Rechte an Bild und Text für ein Jahr abzutreten
        – für alle Bildrechte haftbar zu sein (!)
        – Bearbeitungen der Texte und Bilder zuzulassen
        Wer da mit macht, wird schlicht ausgenutzt. Von einer Agentur, die damit viel Geld verdient. Dagegen ist die Malta-Nummer ein harmloser Spaß. Bewirbst du dich um die Neuseeland-Reise?
        Herzliche Grüße und danke noch mal für den Tipp!
        Susanne & Dirk

        2. Juli 2013
      • Ich glaube, auf die Neuseeland-Aktion werden sich viele Blogger aus Deutschland bewerben. Der Grund ist relativ einfach. Als deutscher Blogger hast Du kaum eine Möglichkeit nach Neuseeland zu kommen, da diese einfach größere Reiseblogs bevorzugen. In der Regel in englischer Sprache und mit Abrufzahlen, die in Deutschland ganz selten – zumindest bei reinen Reiseblogs – zu finden sind. Ich habe was von 100.000 Unique Visits / Monat gehört, bei den NZ erst interessiert ist. Da bin ich mit meinen rund 45.000 UV / Monat meilenweit von entfernt. Und Air New Zealand oder auch Emirates sind nicht gerade bloggerfreundlich. Da haben die Destinationen natürlich auch die Möglichkeit den Rahmen der Reise festzulegen, auch wenn geschrieben steht, dass sich jeder die Reise individuell zusammenstellen kann. Und, ja ich habe mich aus den o.g. Gründen auch beworben, werde aber absolut keine Chance haben.
        VG, Jörg

        3. Juli 2013
  3. Habt ihr nochmal nachgefragt bei Leistungsträger und Carolin?
    Hätte ich auf Blog für beste Synergien für „the coolest and most eclectic free european summer music event“ tippen müssen, wäre mir Esel Unterwegs wahrscheinlich nicht als erster in den Sinn gekommen – aber LTUR wird das sicherlich richtig eingeschätzt haben.
    Der erste Beitrag über Malta ist ja bereits erschienen, und ich bin gespannt, ob noch weitere folgenden – zum Beispiel über das Event selbst.

    2. Juli 2013
    • Hallo Stefan,
      zuletzt standen andere Dinge auf unserer Agenda, und wir haben heute erst realisiert, dass Carolin bereits zwei Beiträge zu ihrer Malta-Reise veröffentlicht hat. Nach erstem Lesen lässt sich sagen, der Ton steht in fast beruhigendem Widerspruch zum „most eclectic music event“.
      Die Texte sind sogar ein wenig spröde, geprägt von noch viel Abstand zum Land. Es gibt zudem kleinere Fehler, so ist das vorherrschende Gestein der Inselgruppe nicht Speck- sondern Kalkstein. Das Maltesische basiert auf dem Arabischen. Und selbstverständlich hat Malta einige sehr schöne Strände.
      Wir hatten Carolin ein paar Fragen gestellt, die sie sicherlich noch beantworten wird. Und auch wir sind neugierig auf eine Rückmeldung von Ltur. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass die Kooperation zwischen Veranstalter und Bloggerin nicht strategisch motiviert ist. Sondern eher dem Lustprinzip folgt. Das freut uns für Carolin.
      Herzliche Grüße
      Susanne & Dirk

      2. Juli 2013
  4. olilibolili #

    Ich war früher auch schon auf Pressereisen für Printmedien, die so eine grosse Reichweite hatten, dass man mich nach Malaysia oder Australien eingeladen hat. In beiden Fällen kamen die PR-Agenturen für die wesentlichen Ausgaben auf, aber eine Entlöhnung gab es nicht. Das wäre irgendwo auch absurd, schliesslich verdient man ja am Verkauf der Artikel bzw. ist bei einer Zeitung angestellt.

    Dass bei der Neuseelandreise allerdings in den Inhalt der Artikel reingepfuscht werden soll, finde ich hingegen schon fast skandalös.

    14. Juli 2013
    • Lieber Oli,
      mit Pressereisen kennen wir uns aus, schließlich kommen wir aus der alten Print-Welt. Und selbstverständlich hat der bei einer Zeitung/Zeitschrift arbeitende Journalist von der PR-Agentur oder vom Fremdenverkehrsamt kein Geld/Honorar zu bekommen für seine Leistung. Der Journalist wird vom Verlag bezahlt. Der Verlag hat eine Anzeigenabteilung. Und die macht Geschäfte mit Fremdenverkehrsämtern und Media-Agenturen. Je seriöser der Verlag, desto unabhängiger das Verhältnis. Dennoch: Indirekt wird der Journalist von den Anzeigen-Kunden bezahlt (also irgendwie doch von der Destination).

      Im Verhältnis Blogger-Destination profitiert vor allem die Destination (und nur anfänglich der Blogger, bis er merkt, dass eine Pressereise kein Urlaub ist; ab dann profitiert übrigens auch der Leser). Die Destination kriegt PR. Einige Blogs haben längst so viele Leser wie manches Reisemagazin (Abenteuer und Reisen verkauft laut IVW rund 5000 Hefte am Kiosk, GEO SAISON angeblich 25000; dazu kommen noch die Abos). Längst also hat sich die Mediennutzung verändert. Doch das Geschäft läuft noch immer über die Verlage, bzw. nach deren Regeln. Und das muss sich ändern.

      Wir denken nicht, dass eine Bloggerin wie Carolin ein Honorar bekommen soll von Ltur. Aber dass ihr mehr zusteht als ein läppisches Flugticket und ein Hotelbett mit Frühstück ist doch wohl klar. Schließlich liefert sie eine Leistung, sie fotografiert, schreibt Texte, die auf ihrem eigenen Blog und im Netz von Ltur verwertet wird. Warum soll sie dafür nicht eine Aufwandsentschädigung erhalten? Schließlich hat sie Ausgaben vor Ort, muss trinken, essen, Taxi fahren. Eine Dienstreise ist kein Urlaub. Erst recht kein Geschenk.

      Hier muss sich einfach etwas ändern. Und mit Verträgen wie dem von Populis für Tourism New Zealand werden Blogger nur eins: schamlos ausgenutzt.
      Herzliche Grüße und Danke für deine Kommentare
      Susanne&Dirk

      18. Juli 2013
  5. Immer wieder wird die Frage der Gestaltung der Zusammenarbeit von Bloggern und Reiseindustrie thematisiert. Kürzlich kam in einer geschlossenem Facebookgruppe noch die Frage dazu, soll ich Mitarbeitern der Tourism Offices (Fahrern, Guides) ein Trinkgeld geben und wenn ja, wieviel.

    Ich habe mir dazu auch mal meine Gedanken gemacht und die folgenden, nicht ganz ernst zu nehmenden Zeilen, verfasst. Da sie in einer geschlossenen Gruppe stehen, hier nochmals:

    Morgen geht`s los, die Destination Fantasieland hat mich als Blogger eingeladen. Für ein Wochenende. Top Hotel, Frühstück, Lunch, 5 Gänge Dinner, alles incl., nur die alkoholischen Getränke, die sind ausgenommen. Was für mich heißt, der Wein zum Dinner heute Abend geht schon mal auf meine Rechnung. Da es ein sehr gutes Hotel ist, ist auch der Wein sehr teuer, 40,00 Dublonen werden heute Abend fällig. Dafür gibt es aber ein tolles Programm, ich habe ein Fahrzeug mit Chauffeur und einen persönlichen Guide vom Tourismusbüro zur Verfügung.

    Wie ich nach Fantasieland komme? Mein Problem! Zum Glück habe ich einen guten Kontakt zur Fluggesellschaft Absturzfrei, den Flug bekomme ich kostenlos, mit dem Hinweis, „vergiss bitte nicht uns zu erwähnen und ein Link wäre auch nett.“ Ach ja, und die Flughafengebühren, die gehen natürlich auf meine Rechnung, 100,00 Dublonen für den Hinflug und nochmal 100,00 Dublonen für den Rückflug.

    Freitag Vormittag komme ich am Flughafen in Fantasieland an. Da ich ziemlich fertig bin, schließlich habe ich am Vortag noch bis in die Puppen gearbeitet, gönne ich mir ein Taxi, 23,00 Dublonen + 2,00 Dublonen Tip. Das Fahrzeug des Tourismusbüro steht mir erst ab heute Mittag zur Verfügung.

    Bis ich dann endlich im Hotel bin, ist es Zeit zum Mittagessen. Koffer wird auf`s Zimmer gebracht. Zum Glück habe ich für den Bellboy, der den Koffer bringt, noch 2,00 Dublonen Kleingeld in der Hosentasche.

    Das Mittagessen war phantastisch, ich habe alles fotografiert und dann aufgegessen. Die Fotos sind schon auf Instagram hochgeladen. Der Kellner bringt die Rechnung. Wie? ich muss zahlen? Nein, nur unterschreiben. Ach ja, und das Trinkgeld! Die Kellner sollen hier nicht sehr viel verdienen. Wieso eigentlich, das Essen hätte mich hier deutlich mehr gekostet, als ich bei uns in Deutschland für ein vergleichbares Essen hätte zahlen müssen. Ich will ja kein Spielverderber sein, also unterschreibe ich und lege 5,00 Dublonen Tip dazu.

    Pünktlich holt mich die PR Managerin des Tourismusbüro ab. Sie ist nett, kompetent und sehr bemüht. Zunächst fahren wir in einen Funpark. Dort übernimmt ein parkeigener Guide, führt mich durch den Park und erklärt mir alles ausführlich. Er ist nett, kompetent und sehr bemüht, aber er verdient hier nicht sehr viel und das obwohl der Funpark normalerweise 90 Dublonen Eintritt verlangt. Er bedankt sich überschwänglich für die 5,00 Dublonen Tip bei mir. Ja, ich werde auch den Funpark in meinem Bericht erwähnen.

    Was folgt sind 2 Hotelbesichtigungen. Mir ist heiß und der Schweiß läuft mir von der Stirn. Man empfängt mich mit feuchten Tüchern und mit Getränken. Sicher verdient die Serviererin, die die Getränke bringt, hier auch nicht sehr viel. Soll ich ein Tip geben? Ich entscheide mich dagegen, warum eigentlich? Die Hotels werde ich aber erwähnen.

    Als ich zu meinem Hotel zurückkomme, reicht es gerade noch dazu mal schnell ins Meer zu hüpfen und zu duschen. Dann verdrücke ich ein traumhaftes 5 Gänge Menü. Wie schon erwähnt, werde ich 40,00 Dublonen für den Wein los und 5,00 Dublonen für den Kellner. Ihr könnt es euch sicher schon denken, er verdient hier nicht sehr viel.

    Während die PR Mitarbeiterin, der Chauffeur und so mancher Guide ihren wohlverdienten Feierabend genießen, sitze ich auf meinem Hotelzimmer und schreibe an meinem Bericht. Irgendwie läuft es heute nicht so, ich bin mit den Gedanken nicht ganz bei der Sache.
    Ich darf morgen früh nicht vergessen dem Zimmermädchen ein Tip auf das Bett zu legen, sie verdient sicher hier nicht so viel. Obwohl, für mein Zimmer nimmt das Hotel normalerweise 200,00 Dublonen pro Nacht.

    Ja, und was soll ich der Mitarbeiterin vom Tourismusbüro geben und was dem Fahrer? Sicher verdienen die nicht so viel.

    Kurz bevor mich der Schlaf übermannt und mein Kopf auf die Tischplatte sinkt, denke ich noch:
    Was verdiene ich eigentlich bei diesem Deal?

    20. Juli 2013
    • Lieber Udo Weisner,
      danke für den Text, für den es nicht nur die Ehrennadel „Längster Kommentar“ geben muss sondern auch die Medaille „Verdammt gut geschrieben!“

      In Deutschland ist es leider noch so, dass einige Destinationen und PR-Agenturen die Reise selbst als Lohn sehen. Das ist eine abenteuerliche Fehl-Denke. Denn die maximal zwei Nächte in einem luxuriösen Hotel sind kein Urlaub: Man parliert, notiert, fotografiert und schreibt. Und schließlich muss man all das auch noch kommunizieren. Das ist Arbeit.

      Für das Verhältnis zwischen Destination und Blogger ist es nicht gut, dass erstere letztere manchmal für Urlauber halten. Die Reise ist keine Einladung wie sie Promis oft zu PR-Zwecken erhalten, in der Hoffnung, dass irgendein Klatschblatt erwähnt, wo Frau Katzenberger ihre Moppen in die Sonne gehalten hat. Die Reise ist Teil eines Geschäfts.

      Das muss sich noch etablieren. Im Travel Blogger-Forum auf Facebook diskutieren vor allem englischsprachige Blogger, dass man sich nicht unter Wert verkaufen dürfe. In Deutschland entsteht das Geschäftsmodell erst noch. Auch manche Zeitschriften-Redaktionen machen eine Art PR, viele Titelgeschichten, Sonderhefte oder Hotelportraits entstehen nur, weil es auch zu einem Anzeigengeschäft kommt. Ein Blogger hat aber keine Anzeigenabteilung.

      Deshalb – auch, weil der Wein im Restaurant teuer ist und das Trinkgeld im Luxushotel nicht ohne – haben Blogger für ihre Arbeit mindestens Anspruch darauf, die Spesen abzurechen (viele Redaktionen würden niemals die Anreise zu einer Hoteleinladung selbst zahlen).

      Klar, da wird man in Fantasialand nur müde lächeln. Schließlich gibt es genug Blogger, die die Reise selbst als Lohn sehen. Und so überrascht es nicht, dass Hobbitland in seiner Ausschreibung einer Bloggerreise nicht nur den Trip als Lohn ansieht, keine Spesen erstattet und sogar noch Anspruch erhebt auf die bei der Reise entstehenden Bilder und Texte.

      Wer so etwas mit sich machen lässt, ist schlicht unprofessionell. Und wird sich nach einer arbeitsreichen Reise, den Kopf auf der Tischplatte, nicht nur fragen: Was habe ich davon? Sondern auch: Bin ich eigentlich blöd gewesen? Wie soll ich jetzt noch ein paar Dublonen verdienen, wenn ich die Rechte an meinen Bildern abtrete?
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

      20. Juli 2013

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