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Run auf Reise-Blogger: seltsame Events, schlechte PR und der schwierige Umgang miteinander

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Zeitschriften sind out. Blogs sind in. Moderne Unternehmen integrieren Blogger ganz selbstverständlich in ihre Kommunikation. So lud Mercedes Benz nicht nur die Auto-Tester diverser Zeitungen und Magazine zur Premiere der neuen S-Klasse ein, sondern auch Blogger. Die hatten viel Spaß mit den schönen Autos, die man ihnen zur Verfügung stellte, gurkten damit durch Norddeutschland und publizierten einen begeisterten Post nach dem nächsten.

Doch auch die gestandenen Test-Journalisten schrieben nicht weniger euphorisch, räsonnierten über die Relevanz der S-Klasse, schwärmten von Assistenzsystemen und lobten ein Auto, das so mancher von ihnen noch gar nicht gefahren war, denn vorerst standen nur einige Vorführwagen auf der Bühne. Und so waren es auch nicht die Print-Profis, von denen man erfuhr, dass Mercedes eigens ein Parfum für den Wagen kreieren ließ und es allen Testern schenkte, sondern die Blogger schrieben darüber. Und sie waren es auch, von denen man erfuhr, dass alle Eingeladenen für ein paar Tage umsonst Mercedes fahren durften.

Diese kleine Vorrede dient nur der Einordnung. Wir wissen: Wer über ein Ereignis schreibt, promotet es auch. Das ist nicht verwerflich. Viele Zeitschriften ziehen ihre Daseinsberechtigung nur aus diesem Mechanismus.

Doch manche Unternehmen wollen Blogger vor allem als billige Promo-Schleudern missbrauchen. Denn es gibt mehr Ereignisse, die PR brauchen als Autoren, die darüber schreiben wollen. Eine der Veranstaltungen, an der offenbar zu wenig Journalisten und Blogger teilnehmen, ist das (so die Selbstdarstellung) „coolest and most eclectic free european summer music event“ – das Isle of MTV in Valletta auf Malta. 50.000 Menschen sollen kommen, vier Bands treten auf (unter anderem Afrojack und Jessie J). Und, überspitzt formuliert, niemand will darüber berichten.

Was einem immer einfällt, wenn nichts mehr geht? Genau, ein Gewinnspiel. Visit Malta verlost einen VIP-Trip nach Malta und fünf Kopfhörer. Die Teilnehmer müssen dafür folgende Frage beantworten: Was möchtest du außer dem Isle of MTV-Event auf Malta unternehmen? Die Antwort darf maximal 40 Wörter haben.

MTV_Malta3_pushresetAuf eine besonders pfiffige Idee kam der wohl im letzten Moment (sorry für den Kalauer) hinzugezogene Event-Partner Ltur. Das Online-Portal für Last Minute-Urlaub gab vor, den Reise-Bloggern unter seinen immerhin mehr als 40.000 Facebook-Fans den Montag zu „versüßen“ – undzwar mit einem „tollen Gewinnspiel“: „Wir schicken euch zum Isle of MTV-Festival nach Malta und ihr berichtet auf eurem Blog von euren Erlebnissen. Klickt `Gefällt mir´, wenn ihr Malta rocken wollt.“

Es ist die billigste aller PR-Maschen: Man lädt Blogger ein, über eine Destination zu berichten. Wer den schönsten Bericht schreibt, gewinnt ein weiteres Wochenende in der Stadt oder im Land. Und selbstverständlich baut man darauf, dass der Autor auch über diese Tage etwas publiziert. Hamburg hat kürzlich zu so einem Schreibwettbewerb aufgerufen, Titel: „Hamburg sucht den besten deutschen Reiseblogger“ (drunter macht man es in der Hansestadt nicht). Wie gering die Blogger angesehen werden, die daran teilnehmen, zeigt sich schon im Hauptgewinn: Hotelübernachtung, Musical-Tickets, ein Einkaufsgutschein über 50 Euro.

Ltur bietet aber nicht einmal einen Gutschein, sondern nur die Reiseleistung – Flug, Hotel – und erwartet dafür als Gegenleistung PR. Kein ernstzunehmender Auftraggeber würde wohl seinen Geschäftspartner je vorschlagen: Bewirb dich um den Job. Wir nehmen nur den Besten. Wir zahlen die Reise zum Einsatzort, die Übernachtung auf Montage. Aber kein Essen und kein Honorar. Absurd. Dennoch klicken 40 Personen, dass ihnen das gefalle. Beim genauen Hinsehen zeigt sich: Kein einziger Reise-Blogger ist dabei. Das Ltur-Social-Media-Team publiziert die Ausschreibung auch in diversen Facebook-Gruppen. Denn die Zeit wird knapp. Die große Party startet am 25. Juni, eine Woche vorher sollen die Sieger feststehen. Kaum fünf Tage bleiben. Am Dienstag freut sich Ltur dann „über die erste Bewerbung“. Und man präsentiert einen Link zum Blog von Melina Guske, „The Sailor Maid“.

Melina kam durch Facebook auf das Gewinnspiel. Wir wollen wissen, was sie über das Event weiß. Und sie schreibt: „Ich kann nur sagen, dass sich die Teilnahme schon deshalb gelohnt hat, weil ich dadurch enorme Klickzahlen hatte.“ Wie der weitere Ablauf sein wird, wer ihre Gegner sind, wer über ihren Blog urteilt, das weiß sie nicht. Selbstpromotion als Lohn.

Wir fragen bei Ltur nach: Wie viele Reise-Blogger haben sich an der Aktion beteiligt? Und wer sitzt in der Jury aus „Reise und Social-Media-Experten“, die entscheiden, welcher Blog gewinnt? Inzwischen hat Ltur geantwortet: Mehrere Blogger hätten sich beworben, weitere würden auf Facebook vorgestellt. Über den Gewinner entscheide eine Jury aus Mitarbeitern aus der Ltur-Pressestelle, aus dem Social-Media-Team und dem Marketing-Resort. Und dann heißt es in der E-Mail noch sympathisch süffisant: „Mit Interesse haben wir euren Beitrag gelesen. Und gehen daher mal davon aus, dass euer Schreiben keine Bewerbung ist, oder?!“

Auf Facebook fragen wir, ob es solche „Gewinnspiele“ öfter gibt und regen eine kurze Diskussion in einem internationalen Reiseblogger-Forum an. Während US-Blogger schreiben, dass sie diese billigen PR-Tricks längst kennen und ignorieren, empören sich manche deutschen Kollegen darüber, manche nennen eigene Beispiele. Und es zeigt sich, dass Agenturen, Destinationen und Unternehmen schlicht noch nicht wissen, wie man mit Bloggern umgehen sollte. Und darüber verprellen sie einen interessanten Kommunikationskanal.

Eine der erfolgreichsten Reisebloggerin Deutschlands, bringt ihre Meinung mit einem typisch frechen Kommentar auf den Punkt: „Möchte sich ein PR Mensch mal um mein Altglas kümmern? Das sammelt sich langsam. Einfach kurze Mail an bringmichweg@meinaltglas.de, und eine Jury sucht dann die überzeugendste Bewerbung raus.“

Es gibt noch viel zu lernen in der neuen Medienwelt. Und, ja, irgendwie müssen wir auch über Geld reden. Denn die Unternehmen bauen auf die Reichweite der redaktionellen Beiträge aus der Blogosphäre. Doch die Werbung geht vor allem in die klassischen Medien. Auch in diesem Punkt gibt es noch viel, wie heißt es doch so schön, Optimierungsbedarf.

Hinweis: Diese Version ist eine korrigierte Fassung.

  1. Ich muss gestehen das ich gerade quasi an der internationallen Blogtausch Version von Hostel International teilnehme.
    Klar, ist das reine PR für HI, die lokalen Verbände & Hostels. Als Gegenleistung gibts die Reise, evtl. Aktivitäten vor Ort und Taschengeld – als Gegenleistung muss gebloggt & Social Media genützt werden.

    Aber, ich blogge auf einem philippinischen Blog, mit neuen tollen Erfahrungen durch die Reader – so was macht dann schon wieder Spass & bringt auch mir als Blogger etwas.

    Aber sonst kann ich dir nur zustimmen!

    14. Juni 2013
    • Liebe Tina,
      keine Geständnisse bitte ;-). Wir haben dieses Stück nicht geschrieben, um schlechte Stimmung zu machen. Wir haben dieses Stück geschrieben, um klar zu machen, dass das Geschäftsmodell von Ltur und Co. so nur funktioniert, weil es auf Menschen mit Leidenschaft trifft. Die sogar leidenschaftlich genug sein können, sich selbst auszubeuten. Für wenig Gewinn. Eine Entwicklung, die nicht dauerhaft funktioniert, denn selbst die, die von solchen Aktionen vor allem profitieren, wissen, dass auch du von von irgendetwas leben musst. Lunchforone ist ja nur eine Facette. Schließlich hast du auch eine Wohnung (flatformindestensone), Kleidung (dressesforone), soziale Kontakte (flatrateforone)…
      Wir wollten eine Debatte anstoßen.
      Danke, dass du so offen daran teil nimmst.
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

      19. Juni 2013
  2. Eine extrem gute Momentaufnahme, die ihr mit diesem Beitrag hinbekommen habt!

    Seit der ITB diesen Jahres scheinen die Blogs in der Touristik angekommen zu sein, und wie so oft hat man es hier versäumt, sich langsam an einander ran zu tasten und versucht nun krampfhaft das aufzuholen, was in den letzten 2-5 Jahren verpasst wurde. Von beiden Seiten!

    Der Großteil der deutschsprachigen Reiseblogs hat bis heute nicht geschafft, sich zu professionalisieren, fordert aber auf der anderen Seite bedingungslos Kooperationen und monetäre Gegenleistungen ein. Auf der anderen Seite werden, wie in eurem Beitrag vollkommen richtig beschrieben, nahezu kopflos Aufträge verteilt, Kooperation ausgeschrieben und Aufträge an so ziemlich jeden vergeben, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Wo anderswo – wie zum Beispiel bei der Werbung – penibelst auf Zielgruppensynergien und Mediadaten geschaut wird, vergisst man bei der Blogger Relation so ziemlich alles, was der Marketing-Sachverstand hergibt.

    Wenn sich hieran, wiederum auf beiden Seiten, nichts ändert, kommt spätestens zur nächsten ITB die Ernüchterung: Die Touristiker erhofften sich zu viel und bekamen zu wenig, den Reisebloggern bleibt eine ebenso austrocknende Quelle, wie sie alle findigen Social Media Berater oder Hotel App-Anbieter heute nach dem großen Hype vorfinden. Auch bei diesen beiden Themen wurde mehr versprochen als gehalten werden konnte und der subjektive Erfolg der verbundenen Maßnahmen war ebenfalls weniger messbar, wie es dringend nötig gewesen wäre.

    Professionalisierung muss deshalb auf beiden Seiten stattfinden. Touristiker müssen nach besseren KPIs auswählen, wen sie bei einer Kooperation ins Boot holen und Reiseblogger müssen zusehen, dass sie diese KPIs zur Verfügung stellen und den Beweis liefern können, dass sie wirklich relevant für die Touristik sind.

    Hier ist man, vor allem in den USA, aber auch in anderen Branchen, schon viel weiter. Man nimmt sich auf Augenhöhe wahr und Blogger werden auch vom etablierten Journalismus nicht mehr belächelt, sondern für die teilweise unkompliziertere und direktere Arbeitsweise angesehen.

    18. Juni 2013
    • Hallo Stefan,
      danke für den Kommentar. Ja, auch wir haben den Eindruck, dass wir in einer wichtigen Phase sind. Wir sehen drei Trends:

      Inhalte zählen. So langsam erkennt jeder, dass Likes keine Währung sind. Es gibt so viele Gefällt-mir-Blasen, oft mögen sich immer nur dieselben, da reicht es schon, dass einer schreibt, er habe in einer Bar einen Drink bestellt. Relevanz? Inhalt? Null. Davon profitiert niemand, egal wie viele Likes.

      Kompetenz ist wichtig. So manche Blogger funktionieren wie Literaten, die Leser sind an persönlichen Geschichten interessiert. Doch nur wenige Blogger funktionieren als Literaten so gut, dass ihre Geschichten immer interessieren. Wenn jemand über ein Hotel schreibt, „ich liebe es“, ist das enttäuschend.

      Immer an die Leser denken. Manche Blogger sind so verwachsen mit ihren Sponsoren, dass sie inzwischen fast automatisch PR-Texte absondern. Das freut. Doch es kann nur eine Weile gut gehen. Bis die echten Leser abspringen und nur noch die systemischen bleiben. Bis die erkennen, dass sie unter sich sind…

      Du nennst es KPI. Wir nennen es Authentizität. Wir meinen, es werden solche Blogs wichtig, in denen ernsthaft, unterhaltsam, informativ, mit persönlichem Engagement an einem Thema gearbeitet wird (das kann sogar ein Stofftier-Blog sein, auch wenn wir keine Fans davon sind). Solche Blogs sind bald schon so relevant wie der „etablierte Journalismus“. Wer mit einem Reise-Blog monatlich 5000 bis 10000 Leser erreicht, hat doch eine klarere und größere Zielgruppe als die meisten Reisemagazine. Und angesichts der Selbstdemontage der Verlage, die ihre Rettung offenbar in PR-Publikationen und Corporate Inhalten suchen, wird sich dieser Wandel noch schneller vollziehen.

      Wir haben uns jedenfalls vorgenommen, an unserer Relevanz zu arbeiten. Und sind neugierig, welchen Effekt das hat.
      Es bleibt spannend.
      Gruß
      Susanne&Dirk

      19. Juni 2013
      • Eigentlich bin ich ein Mann langer Worte, aber dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Außer vielleicht euch zu gratulieren, denn ihr seid unter dem Dutzend deutschsprachiger Reiseblogs, die es verstanden haben – und denen ich als Touristiker, die Zunge schnalzend, eine Kooperation anbieten würde.

        Liebe Grüße & macht weiter, genau so!
        Stefan

        19. Juni 2013
  3. Beim Lesen frage ich mich, was ist denn jetzt eine angebrachte Form, die die Unternehmen bieten müssen, damit Blogger „wirklich was davon haben“? Eine Aufwandsentschädigung? Ein Gehalt? Mich würde es tatsächlich interessieren.

    19. Juni 2013
    • Liebe Wenke,
      danke für die Fragen. Um ehrlich zu sein: Wenn wir eine überzeugende Antwort wüssten, könnten wir wohl allein damit Geld verdienen, wir wissen es nicht. Einige Veranstalter und Hotels bieten Bloggern eine Art „Tagessatz“ an, einige größere Unternehmen unterstützen ihre „Brand-Ambassadors“ sogar mit monatlichen Honoraren. Auch in Deutschland, wo es eigentlich eine „gelernte“ Trennung von redaktionellen Inhalten und Anzeigen gibt, verbreiten sich diese Formen der direkten Finanzierung.
      Dass eine Lösung gefunden werden muss, ist doch klar. Denn alle Beteiligten wissen, auch du musst Miete bezahlen, Essen kaufen und ein Leben führen. Viele Blogger leisten gute Arbeit, die in ihrer Relevanz längst nicht mehr hinter den klassischen Medien zurück steht. Im Gegenteil.
      In der Papier-Welt haben die Verlage schlichtweg Preislisten für ihre Anzeigen. Und für ihre „schmutzigen“ Geschäfte, also für all die anzeigen-ähnlichen Publikationen wie Supplements und Advertorials… Vielleicht wird es eine ähnliche Entwicklung bei den Reise-Bloggern geben müssen, dass sie Preislisten haben. Vielleicht werden sich Marketing-Agenturen/Agenten darauf spezialisieren, solche Honorare/Zahlungen ganz objektiv einzufordern. Vielleicht, vielleicht…, aber du merkst schon, wir sind keine Finanz-Experten.
      Und doch muss die Diskussion geführt werden.
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

      19. Juni 2013
      • olilibolili #

        Ich denke, dass bei der Diskussion auch berücksichtigt werden muss, wie gross die Reichweite eines Blogs ist.

        Der Grossteil der Blogs (auch meiner) hat pro Artikel ein paar hundert Leser, bei spannenderen Themen vielleicht tausend oder mehr. Diese mögen zwar zielgruppenrelevanter sein als Leser einer Tageszeitung, was sie vielleicht etwas wertvoller macht.

        Dass also die PR-Agenturen diese wenigen Leser nicht gleich behandeln wie eine Tageszeitung mit einer Auflage von 100.000 Exemplar leuchtet mir ein. Das ist meiner Meinung nach keine Geringschätzung, sondern einfach ein Abbild der wirtschaftlichen Realität.

        14. Juli 2013
  4. Gegen gute PR ist ja nichts einzuwenden. Aber ihr habt recht, wie platt es derzeit nur so hervorsprudelt. Die ganze Arbeit, bei einem gut laufenden Blog, die seriösen Anfragen von den „Dödeln“ zu trennen, ist eine Vollzeitaufgabe geworden. Die wird einem dann mit einem Warengutschein für ein Produkt, das man sich nie ausgesucht hätte, geschweige denn zum Profil und Blog passt, vergolten.
    Im Printbereich bei Automagazinen sind tolle Reisen immer ein gutes Lockmittel, etwas positiver über das Auto zu schreiben. Ist ein anderer Hersteller bodenständig und/oder hat nicht die finanzielle Kraft, wird es nicht beachtet oder verrissen von Leuten – wie richtig oben angemerkt – die nicht einmal damit gefahren sind.
    Dubios finde ich auch manche PR-Anfragen von Agenturen oder Hotels, die einem EUR 12,50 dafür zahlen „wollen“, wenn man in 600 Wörtern + Video positiv über ihr Haus schreibt… da sollte man schon mal ins Grübeln kommen.
    Lesenswerter Beitrag, der geteilt und vor allem von vielen gelesen werden sollte.

    19. Juni 2013
    • Liebe Doppel-Moppler,
      (hoffentlich war der andere gut versichert!) ihr steckt da ja offenbar in einem noch größeren Kosmos, und es wäre interessant mehr darüber zu erfahren: Wie wählt ihr aus? Worauf achtet ihr? Wie bewahrt ihr eure Unabhängigkeit?
      Wir haben auch nichts einzuwenden gegen gute PR, nichts einzuwenden dagegen, dass man ein Auto/eine Reise toll findet und darüber schreibt. Die Leser lernen, zwischen den Zeilen zu lesen. Das gilt für Blogs wie für Zeitschriften (in einer wurden kürzlich 20 Regenjacken getestet, 18 mit dem Ergebnis „sehr gut“).
      Die wahre Herausforderung gilt aber für uns Autoren. Wie bleiben wir echt? Wie wahren wir unsere eigene Sicht auf die Dinge, unsere Kritikfähigkeit? Was ist unser Selbstverständnis, sind wir Schreiber mit eigenem Kopf oder Lob-Schreiber im Auftrag anderer? Vorteil: Letztere werden in der Regel gut bezahlt! Aber: Der Standpunkt ist wichtig.
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

      Vielleicht eine Bitte: Immer wieder lesen wir von Angeboten an Blogger, ein Hotel zu ranken. Wir finden, es ist ein wichtiges Thema und möchten darüber schreiben. Vielleicht schickt ihr uns eine der „Einladungen“ an euch? Selbstverständlich behandeln wir den Tipp vertrauensvoll.
      pushandreset@gmail.com

      19. Juni 2013
  5. Euren Worten ist nicht mehr hinzuzufügen … „Wir haben dieses Stück geschrieben, um klar zu machen, dass das Geschäftsmodell von Ltur und Co. so nur funktioniert, weil es auf Menschen mit Leidenschaft trifft. Die sogar leidenschaftlich genug sein können, sich selbst auszubeuten … “
    Lesenswerter Beitrag, der geteilt und vor allem von vielen gelesen werden sollte.
    Danke sagt Daniela

    19. Juni 2013
    • Liebe Daniela,
      danke, dass du das auch so siehst. Wir werden an solchen, manchmal auch unbequemen Themen dran bleiben. Denn: So ist die Welt.
      Herzlich
      Susanne&Dirk

      19. Juni 2013
  6. Liebe Susanne & Dirk,
    Danke für diesen Beitrag, der sicherlich noch einiges an Diskussionen aufwerfen wird!

    Viele Touristiker können die Reiseblogger als gesamte Branche, aber auch die individuellen Blogger selbst überhaupt nicht einschätzen (ich bin dabei ganz bei deinem obigen Kommentar „Es gibt so viele Gefällt-mir-Blasen, oft mögen sich immer nur dieselben“). Für dieses Verständnis ist eine tiefergehende Beschäftigung mit der Reisebloggerbranche gefragt, zu welcher der Touristik schlicht und einfach die Zeit fehlt, bzw. besser: sich die Touristiker aufgrund anderer Prioritäten nicht die Zeit nehmen.

    Doch das Problem liegt ebenso auf Reisebloggerseite. Den Reisebloggern selbst ist nicht klar, welchen Wert sie eigentlich haben und dass sie sich oft unter diesem verkaufen. Einen wichtigen Schritt sehe ich hierbei in den aktuellen Zusammenschlüssen von Reisebloggern (siehe Reiseblogs.org), um gemeinsam Standards für die eigene Branche abzusprechen. Denn solange es Reiseblogger gibt, die alles mitmachen, läuft das einfach so weiter.

    Vielleicht trennt sich ja in nächster Zeit verstärkt die Spreu vom Weizen: Professionell agierende Reiseblogger, die selbstbewusst einen konkreten Gegenwert für ihre Arbeit einfordern und bei denen das Bloggen auch tatsächlich – zumindest einen Teil – des Lebensunterhaltes bestreiten soll & Reiseblogger, bei denen das Reisebloggen ein reines Hobby ist und bleibt. Dann müssen nur noch die Touristiker wahre Qualität erkennen. 🙂

    LG, Kristine

    20. Juni 2013
    • Liebe Kristine,
      danke für deine Einschätzung. Besonders die Darlegung, wie sich Touristiker mit dem Thema und der Szene auseinandersetzen (oder eben nicht), ist interessant. Da gibt es ganz offenbar noch viel Klärungsbedarf. Auch wir Reiseblogger müssen dazu beitragen.

      Und, tja, die Spreu und der Weizen. Woran will man Qualität nur fest machen? Gute Zielgruppe? Gute Texte? Gute Kenntnisse? Gute Kontakte? Da haben es die Holzmedien leichter, die verfügen über ein gewachsenes Werte-System (so gepimpt es teils auch ist), das die Branche versteht. Auch da müssen die professionellen Blogger nachlegen, um mit klaren Profilen ihre Positionen im Markt zu besetzen.
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

      20. Juni 2013
    • Ich glaube, Kristine, dass das Schaffen von Standards für die Reiseblogger-Branche eine Illusion ist. Zum einen wird es nie einen Zusammenschluss geben, der so homogen ist, dass von allen Teilnehmern alles eingehalten werden kann oder wird, was vereinbart wurde.

      Zum anderen ist auch die Zusammensetzung der Gruppierungen durchaus unterschiedlich: Wo im Reiseblogger Kollektiv schon jetzt eine ungeheure Professionalisierung herrscht und sich auch bei den Reisedepechen hauptsächlich Blogger zusammengetan haben, die nach professionellen Vorgehensweisen arbeiten und zumeist auch einen journalistischen Background haben, handelt es sich beim PDRB (reiseblogs.org) doch wohl eher um einen Zusammenschluss von Freizeit-Bloggern – vielleicht mit wenigen Ausnahmen. Wenn nun hier Standards gesetzt werden, muss auch berücksichtigt werden, wie viel Aufwand und wie viel Relevanz in diesen Blogs entsteht. Das Qualitätsgefälle ist bei dem Großteil der Reiseblogs jenseits von Kollektiv und Reisedepechen einfach zu groß, um einheitlich zu arbeiten.

      Ein Wertesystem, wie es Susanne und Dirk ansprechen, wird sich wohl noch etablieren müssen, und letztendlich auch extrem schwierig werden, denn Blogs im Gegensatz zur traditionellen Presse bleiben nun mal One Man Shows. Letztendlich müssen Touristiker enorm viel Arbeit leisten, um wirklich herauszufiltern, welcher Blog

      a) zur eigenen Zielgruppe passt
      b) zum eigenen Markenimage passt (Sprache, Stil, Usability, etc.), und
      c) auch relevant genug ist.

      Vor allem letzteres ist enorm schwierig zu ermitteln, da hier wenig Erfahrungswerte vorliegen und auch kaum ein Blogger wirklich sinnvolle Kennzahlen übermittelt, oder diese von den touristischen Leistungsträgern auch nicht eingefordert werden. Ich meine hier vor allem KPIs zur Relevanz und thematischen Sichtbarkeit, deren Ermittlung ein wenig Aufwand kostet, aber letztendlich aussagekräftiger sind als Reichweite auf Blog und in den Sozialen Medien.

      Ich bin gespannt, was der PDRB mit dieser Ausgangslage macht. Ich wäre gerne mit meinem Reiseblog exTRAVELganza.de dabei gewesen, aber leider hatte man wohl kein Interesse, jemanden aus der Reisebranche mit ins Boot zu holen und lehnte meinen Antrag ab.

      20. Juni 2013
      • Lieber Stefan,
        vielleicht kann man von den Mode- und Food-Blogs lernen. Die verfügen etwa mit Glam-Media über ein Vermarktungssystem, das den Anzeigen-Teams der Holz-Medien sehr ähnlich ist. Und das die Individualität der Blogs, die ja deren Stärke ist, wahrt. Wir finden das Konzept einer eher übergeordneten Media-Agentur spannend.
        Gruß

        20. Juni 2013
      • Da müsste erstmal die Zahlungsbereitschaft der Touristik steigen, um so eine Unternehmung überhaupt realisierbar zu machen. Und dafür müsste die Professionalisierung der Blogger-Szene zunehmen, weil sonst nur in wenigen Ausnahmefällen mehr gehen wird als Produkterlebnis gegen Blogbeiträg.

        Irgendwie eine Huhn-Ei-Diskussion, oder? Spannend ist das Konzept sicherlich.

        20. Juni 2013
  7. Qualität ist tatsächlich sehr vielschichtig. Doch können unterschiedliche Kriterien (z.B. hohe Reichweite, spezielle Zielgruppe/Nischenblog, journalistisch arbeitende Blogger, tolle visuelle Umsetzung…) auch für die jeweils passende Zielsetzung der gemeinsamen Aktivitäten als Auswahlkriterium dienen.

    Ich denke, die Unterscheidung von professionellen Bloggern und Hobby-Bloggern ist dabei prinzipiell essentiell. Sowohl für die Blogger (Was kann/sollte ich in meiner Ausgangslage von den Touristikern einfordern?), als auch für die Touristiker (Was kann/sollte ich einem Blogger in dieser Ausgangslage bieten?).

    Vorteil bei Print: es gibt überall Datenbanken mit allen zugehörigen Mediadaten. Sucht man diese Daten für Reiseblogger, muss man erst einmal deren Blogs finden und dann auch noch deren Mediakits auf der Site (bzw. dieses separat anfragen). Und dann ist noch die Frage, welche Daten im Mediakit überhaupt enthalten sind.
    In diesen Rahmen passt die Idee der übergreifenden Media-Agentur. Ein zentraler Ansprechpartner für Organisationen, und ein zentraler Ansprechpartner für die Blogger. Würde ganz vieles vereinfachen. Doch dafür benötigt es dann tatsächlich auch Standards.

    20. Juni 2013
  8. Interessanter Bericht… und auch ich frage mich, wie geht man mit Bloggern RICHTIG um….

    23. Juli 2013

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