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Die Paar-Dialoge: „Das ist gut für dein Karma“

Sie sagt. Er sagt.

Wenn Paare reisen, erleben sie die Unterschiede zwischen Mann und Frau viel intensiver als im Alltag. Susanne und Dirk haben einige ihrer Lieblings-Dialoge aufgeschrieben.

Reise-Dialog Nr. 6: Der Koala und das Karma…

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Kangaroo Island könnte genau so gut Koala Island heißen – einige tausend der Tiere, die man früher fälschlicherweise für Bären hielt, leben auf der Insel. Meist dösen sie in Eukalyptus-Bäumen vor sich hin, Koalas schlafen bis zu 20 Stunden täglich. Lebensgefährlich wird es für die Beuteltiere, wenn sie den Baum wechseln wollen und dabei eine Straße überqueren müssen. Denn die Einheimischen rasen mit ihren Pickups und Allradfahrzeugen über die Schotterpisten. Und sie bremsen nicht für Tiere. Immer wieder sehen Susanne und Dirk Kadaver am Straßenrand liegen. Es ist kein schöner Anblick. Und weil das Paar auf Reisen wegen des Wildlifes tausende von Kilometern geflogen ist, steuern sie ihren weißen Miet-Geländewagen mit großer Vorsicht über die Insel. Jetzt fahren sie auf dem Playford Highway von Parndana nach Westen. Bis plötzlich…

Sie: „Anhalten! Sofort anhalten! Brems!“

Er: „Ja, ja, ja. Was ist denn los?“ 

Sie: „Da war was am Straßenrand! Wir müssen sofort umdrehen.“

Er: „Bist du sicher?“

Sie: „Nun mach’ schon, fahr ein Stück zurück.“

Er: „Tatsächlich. Ein Koala. Was macht der da?“

Sie: „Ist er tot?“

Er: „Woher soll ich das wissen?“

Sie: „Der hockt da so seltsam, als wäre er tot… Sieh doch mal nach.“

Er: „Ich geh’ ja schon.“

Sie: „Und?“

Er: „Keine Ahnung, was mit dem ist. Komm mal mit, der tut nix.“

Sie: „Wir müssen das Tier retten. Wenn wir den Koala sitzen lassen, wird er sicherlich überfahren.“

Er: „Klar, bei dem Verkehr…“

Sie: „Sei nicht blöd. Du weißt genau, wie die hier rasen. Wie die Henker!“

Er: „Aber es ist doch niemand da, außer uns. Und wer kommt denn schon in den äußersten Westen von Kangaroo Island.“

Sie: „Ich glaube, es geht ihm nicht gut. Wie können wir ihn in den Busch locken?“

Er: „Wahrscheinlich hat der sich nur gelangweilt auf seinem Eukalyptus-Baum und wollte ein wenig Autos gucken, hat  angefangen eine Strichliste zu machen, welche Farbe die häufigste ist, und schlief dabei ein. Typisch Koala, eben…“

Sie: „Ach, du und deine seltsamen Scherze. Wie bekommen den hier weg?“

Er: „Ich versuche mal, ihn aus dem Weg zu hupen.“

Sie: „Stopp, stopp! Der zuckt zwar vom Lärm zusammen, bewegt sich aber keinen Millimeter. Wir müssen uns was anderes überlegen.“

Er: „Ich nehme eine Decke, werfe sie ihm über den Kopf und trage ihn auf die andere Seite der Straße.“

Sie: „Okay. Aber sei vorsichtig.“

Er: „Ganz schön schwer der Kerl. Und wie der sich windet! Von wegen, der ist tot.“

Sie: „Hey, musst du ihn denn so grob ins Gebüsch werfen.“

Er: „Jetzt ist er wenigstens los marschiert.“ 

Sie: „Hoffentlich kriegt er keinen Herzinfarkt. Das war bestimmt furchtbar aufregend für den armen Koala.“

Er: „Wie schön, dass du nur an das Tier denkst. Und was ist mit mir?“

Sie: „Was soll mit dir sein?“ 

Er: „Für mich war das auch aufregend. Du könntest ruhig mal loben, dass ich so nett bin zu allen Tieren: Ich setze Spinnen vorsichtig vor die Haustür, begleite Fliegen nach draußen und rette zappelnde Koalas mit meiner Picknickdecke. Die ist jetzt hin. Puuhhh. Riech mal, wie die stinkt.“

Sie: „Ein kleines Opfer für dein Karma. Dafür wirst du bestimmt nicht als Koala wieder geboren.“

Er: „Schade eigentlich. Denn mir gefällt deren Work-Life-Balance.“

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