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Kreuzfahrt in die Antarktis: Pinguine – Frackträger im ewigen Eis

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Morgenspaziergang: Königspinguine watscheln über den Volunteer Beach im Norden von Ostfalkland. Die Sonne scheint, und die Temperaturen erreichen heute ungewöhnlich warme 10 Grad. Rund 1000 Königspinguine brüten hier, auf einer der beiden Hauptinseln des Falkland Archipels, sie ziehen jährlich etwa 500 Küken auf. In 10 bis 13 Monaten wachsen die Jungtiere zu den etwa 80 Zentimeter großen Vögeln mit der charakteristischen goldenen Halskette heran

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Nanu? Rentiere staksen durch eine Kolonie von Königspinguinen auf dem von Teichen und Wasserläufen durchzogenen Grasland der Fortuna Bay in Südgeorgien. Es ist wohl eine der letzten Begegnungen zwischen Pingus und Huftieren, denn die von den Menschen als lebender Fleischvorrat auf die Insel gebrachte Hirschart gehört hier nicht hin und soll genau so ausgerottet werden wie die auf Walfängerschiffen aus Norwegen eingeschleppten Ratten  

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Verkackt: Mehr als 1000 Eselspinguin-Paare nisten in Neko Harbour auf der Antarktischen Halbinsel. Sie haben die Angewohnheit, ihr Nester mit Steinen zu sichern, die sie vom Strand bis hinauf zum Bau schleppen. Eine mühselige Arbeit, die oft nicht gelohnt wird, manche Artgenossen klauen die Kiesel lieber beim Nachbarn als sie selbst hoch zu wuchten. Pinguine sind alles andere als stubenrein, wenn sie sich zum Ausruhen auf den Bauch legen, landen sie oft im eigenen Kot

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Portrait eines eleganten Trampels: Trotz seines Namens bewegen sich Königspinguine an Land alles andere als vornehm. Dieser Vogel ist ein Wassertier, seine Flügel haben sich zu einem kraftvollen Antrieb entwickelt, mit bis zu 35 Km/h rast der Königspinguin durch das Meer. Allerdings schwimmt er kaum, meist taucht er. Als Ballast dafür schluckt er Steine 

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Bloß weg hier! Langsam schiebt sich das Kreuzfahrtschiff „Bremen“ durch die mit Packeis bedeckte Caldera von Deception Island, eine der Südshetland Inseln. Und schreckt dabei diesen Eselspinguin aus dem Schlaf. Aufgeregt rennt das Tier hin und her, bleibt kurz stehen, und sprintet dann doch los, um von seiner Eisscholle ins Wasser zu springen

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Gesellschaftsinsel: Pinguine leben gern mit ihren Artgenossen zusammen, mit vielen Artgenossen. Bis zu 250.000 Tiere zählen die Kolonien in der Antarktis. Dieser Königspinguin-Staat in Südgeorgien ist zudem ein gesunder – die braunen Flaumpuschel sind Jungtiere

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Nachbarschaftsstreit: Auf dem zu den Falklands gehörenden New Island leben Felsenpinguine – englisch: Rockhopper –, Albatrosse und Kormorane dicht an dicht. Und doch scheint es so etwas wie einen Höflichkeitsabstand zu geben. Jedenfalls wird gekrächzt und gezetert, wenn einer dem anderen etwas zu nah kommt

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Hausfreunde: Bei der Forschungsstation bei Port Lockroy untersuchenWissenschaftler, welchen Einfluss die Menschen auf das Brutverhalten der Eselspinguine haben und vergleichen eine abgeschieden lebende Gruppe mit einer direkt am Museum nistende, das von bis zu 20.000 Touristen im Jahr besucht wird. Bemerkenswerterweise hat letztere deutlich mehr Nachwuchs

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Rettungsinsel: Bis nach Point Wild auf Elephant Island haben sich im April 1916 die Teilnehmer der Antarktis-Expedition um Ernest Shackleton flüchten können als ihr Schiff, die „Endurance“, gesunken war. Den antarktischen Winter überstanden sie, weil sie sich von Pinguin-Fleisch ernährten und mit Pinguinen auch, nun ja, „heizten“. Nach vier Monaten wurden alle 22 Männer gerettet. Die Pingu-Kolonie hat sich offenbar erholt 

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Gefiederter Torpedo: Pinguine beschleunigen mit jedem Flügelschlag, sogar wenn sich die vorderen Gliedmaßen nach vorn bewegen. Meist schwimmen sie knapp unterhalb der Wasseroberfläche und kommen nur zum Atmen hoch. Manche Arten tauchen mehr als 100 Meter tief

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Ausnahmsweise ganz zahm: Wegen der markanten Färbung des Gefieders unterhalb von Auge und Schnabel nennt man die Zügelpinguine auch „Bobbies“, der Streifen sieht aus wie der Riemen, der den Helm der britischen Polizisten hält. Sie gelten als die streitlustigsten Seevögel ihrer Art 

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Kirchgang: Die Walfangstation Grytviken ist längst verlassen und wird nur noch als Museum erhalten, vor kurzem wurde sogar die Kirche renoviert. Nur noch drei Teilzeit-Einwohner hat der Ort in Südgeorgien, und die kehren bei Winterbeginn zurück in ihre Häuser auf den Falklands. Dann gehört Grytviken wieder ganzen den Tieren – wie diesem Königspinguin, der auf dem Weg zum Gottesdienst zu sein scheint. Und wie schrieb einer unserer Leser so nett: Jetzt wisse er endlich, warum Pinguine Frack tragen – damit sie angemessen angezogen sind für den Fall, dass sie in der Antarktis plötzlich zu einer Kirche kommen

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Mutterseelenallein: ein gigantischer Tafeleisberg, groß wie ein Flugzeugträger, und darauf ein Pinguin. Wer weiß, wie mühselig es für die Tiere ist, sich an Land fortzubewegen, der ahnt, welche Anstrengungen der kleine Kerl hinter sich hat, dessen Spuren deutlich zu erkennen sind. Völlig unklar bleibt allerdings, was will er da?

  1. Daumen hoch für diesen Bericht. Endlich weiß ich jetzt warum Pinguine einen Frack tragen. Sie wollen gerüstet sein, wenn in der Eiswüste mal eine Kirche auftaucht. 🙂

    3. März 2013
    • Gut gegeben, lieber Udo Weisner, haben wir überhaupt nicht bedacht, dass das der Grund für den Dresscode der Pinguine sein muss. Und haben den Artikel sofort ergänzt.
      Vielen Dank und beste Grüße
      Susanne & Dirk

      3. März 2013

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  1. Wochenrückblick 09/2013 | Kristine Honig

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