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Kreuzfahrt in die Antarktis: Pinguine im Südpolarmeer – die Könige von Volunteer Beach

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Besuch von Übersee: Am Morgen ankert die Bremen vor Volunteer Beach, auf dem Strand lebt die größte Königspinguin-Kolonie der Falkland Inseln

Ein Reisebericht von Susanne Baade und Dirk Lehmann

Sie knuffen und schubsen einander, rempeln und radauen und wackeln mit ausgestreckten Flügeln – als würden sie die Arme in die Hüften stemmen – über die Wiese hinter dem Strand von Volunteer Beach: Vier Königspinguine, die offenbar erst vor kurzem ihren braunen Babypflaum abgeworfen haben, und jetzt schon auf dicke Hose machen. „Halbstarke“, sagt einer der Lektoren und lacht, „die wollen nur spielen.“

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Friedliche Koexistenz: Schafe und Pinguine teilen sich eine Wiese. Die braunen Knubbel sind junge Königspinguine, die bald ihren Babypflaum abwerfen

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Strandspaziergang: Ein Königspinguin putzt sich, seine Füße sehen aus wie die eines altmodischen Messingtischchens, sein Gang ist sehr aufrecht. Das nährstoffreiche Meer bietet beste Bedingungen für die Tiere, die sich vor allem von Krill, Fischen und Tintenfischen ernähren

Mit seinem türkisfarbenen Wasser, dem feinen weißen Sand und seiner sichelförmigen Bucht würde dieser Strand jeder Karibik-Insel zur Ehre gereichen, allerdings nicht mit seinen Temperaturen. Das Wasser rund um die Falkland Inseln wird selbst im Südhalbkugelsommer nicht wärmer als fünf Grad, die Lufttemperatur steigt selten über zehn, auch heute nicht. Und doch ist dieser Strand ein Traumziel. Mehrere tausend Königspinguine nisten hier.

Wir werden aufgefordert, den Tieren nicht zu nahe zu treten. In einer Infobroschüre der Falkland Inseln heißt es, man solle einen Abstand von sechs Metern nicht unterschreiten. Wenn ein Pinguin näher kommt, solle man sich ruhig verhalten und gegebenenfalls langsam zurück ziehen.

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Wer ist hier der Größte? Die vier Halbstarken rempeln und schubsen sich über die Wiese, es sind die Schaukämpfe der Heranwachsenden

Es ist eine Freude, die Tiere zu beobachten. Wie sie oft in größeren Gruppen am Strand stehen, sehr zögerlich ans Wasser gehen, stehen, warten, und dann wie auf ein geheimes Kommando plötzlich alle ins Meer stürmen. Bis zu 150 Tauchgänge absolviert ein Königspinguin am Tag, in bis zu 300 Metern Tiefe sucht er nach Nahrung – Krill, Fisch, Tintenfisch. Und leider habe ich nirgends eine Zahl finden können, wie viele Stunden sich der Königspinguin am Tag putzt und pflegt. Er scheint jedenfalls recht eitel.

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Mensch und Pinguin: Erst kommen die Tiere neugierig näher, dann stürmen sie Hals über Kopf ins Wasser. Das Junge läuft hinter seiner Mutter her. Die wartet nicht. Es bleibt stehen und schreit

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Kein Paradies: Im Wasser lauern Seebären. Königspinguine zählen nicht zu ihrer Beute, aber die kleineren Magellan-Pinguine. Und doch warten diese Könige lieber, bis die Luft, äh, das Wasser wieder rein ist

Es fällt leicht, die Pinguine zu vermenschlichen. Und viele Besucher am Strand tun das. Sie sehen einen der „Frackträger“ in seinem typisch aufrechten Gang über den Strand gehen und nennen ihn einen älteren Herrn, der einen Sonntagsspaziergang macht. Sie beobachten ein Pinguin, der sich mit dem Fuß in einem Kelp-Strunk verheddert hat und beim Versuch, sich zu befreien, auf die Nase fällt, und lachen sich schlapp über die Slapstick-Nummer. Und was tut das Pinguin-Junge, das etwas zu langsam hinter seiner Mutter herwatschelt, bis es stehen bleibt und laut zu schreien anfängt? Genau, es ruft „Mamaaa!“

Auf der Rückfahrt zur Bremen fragen wir uns, ob die Menschen irgendwas lernen können von den Pinguinen, etwa ihre Fähigkeit, mit so vielen anderen auf engstem Raum zusammen zu leben? Aber dann fällt uns wieder ein, wie sehr es am Volunteer Beach nach Pinguin-Kacke gestunken hat. Und wir beschließen einfach, einen sehr schönen Vormittag mit Königspinguinen verlebt zu haben.

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Ein Boot wird kommen: Der Besuch auf Volunteer Beach ist für viele Passagiere sehr bewegend

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