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Fryatt Hut, Teil 2: unheimliche Geräusche

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Wenn der Morgen graut: Sonnestrahlen treiben die Nacht aus dem Tal, das Tageslicht nimmt so manchem Geräusch im Nachhinein den Schrecken

Schon die erste Nacht konfrontiert uns mit den Herausforderungen einer Welt, nach der wir uns sehnen, die wir aber nicht verstehen. Was ist das für ein Klopfgeräusch, das von unterhalb des Bodens kommt? Was hat es mit dem Kratzen auf sich, das von der Rückseite der Hütte in unser Bett-Regal klingt und gegen 3 Uhr morgens so laut ist, dass man kaum weiter schlafen kann? Und wer jetzt aufs Klo muss, sollte der Bärenspray dabei haben für den Gang zum 50 Meter entfernten Outdoor-Thron?

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Tagsüber possierliche Nachbarn, nachts radauen sie unterm Fußboden: Erdhörnchen

Erst nach und nach stellt sich eine gewisse Routine ein. Unter dem Holzboden radauen Erdhörnchen, hinter den Hütte lebt ein großes Murmeltier, getrieben offenbar von der Sehnsucht, zu erkunden, was jenseits der Wand liegt, die seine Heimat begrenzt. Biss- und Kratzspuren zeigen jedenfalls die Versuche des Tieres, die Seiten zu wechseln. Und es hat eine gewisse Ironie, dass wir einen Tag lang wandern, um der Natur nahe zu sein, in der das kleine Pelztier lebt. Während es selbst alles daran setzt, die Zivilisation zu erobern. Was die Bären betrifft, dauert es eine Zeit, bis wir gelassener sind – und ohne Kampfgas zur Toilette gehen. 

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Das große Murmeltier (leider etwas unscharf) versuchte sich nachts zu uns durchzubeißen, die Nagespuren entdecken wir morgens am Dach

Trotzdem schlafen wir gut die erste Nacht, haben uns bereits kurz nach 21 Uhr in die Schlafsäcke eingewickelt, da war es draußen noch hell. Jasper liegt weit im Norden, selbst im August wird es erst gegen 22.30 Uhr richtig dunkel. Aber dann sehr dunkel. Die Sterne funkeln, und am Firmament hätten wir unseren ersten Bären in den Rocky Mountains sehen können – den Großen Bären. Doch wir waren viel zu müde.

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WC nicht einmal auf dem Gang: Das Outdoor-Plumpsklo liegt 50 Meter hinter der Hütte im Wald. Die Tage werden fast 30 Grad heiß, selbst mitten im August sind die Nächte kalt – 2 Grad. Zum Glück liegen wir in Daunenschlafsäcken in unserem Bett-Regal

Das erste Licht des Tages weckt uns. Kurz nach 8 Uhr kommen die Sonnenstrahlen über die Berge, ihr Licht fingert schräg zum Hüttenfenster hinein und streift dabei das Thermometer, das außen angebracht ist. Es zeigt 3 Grad. Da gibt es nur eins: noch einmal umdrehen, liegen bleiben.
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Statt Frühstücksfernsehen: Lichtspiel auf dem vereisten Fels des Mount Xerxes

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