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Bangkok: Lebua at State Tower – eine Bar nicht von dieser Welt

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Larger than life: Auf der Freitreppe hinab zur Bar auf dem Lebua fühlt man sich wie ein Film-Star

Die Hotelrezeption ähnelt dem Empfangstresen in der Hauptverwaltung einer Weltraumbehörde. Mit einem kühlen Lächeln reicht uns eine Dame in einem uniform-artigen Kostüm die Codekarten und schickt uns zu einem der Raketenaufzüge. Wir sollen den rechten nehmen, der hält erst ab Etage 30. Unser Zimmer befindet sich in Etage 56 des 64-stöckigen, 247 Meter hohen State Towers von Bangkok. Wir haben quasi einen Direktflug gebucht.

Unsere Eingeweide sind noch unterwegs als die Kabine auf unserem Level andockt. Doch glücklicherweise sind wir rechtzeitig beisammen für die zweite Astronautenprüfung: Orientierung. Schnell entdecken wir das Zimmer in diesem weiten Kosmos. Die dritte Astronautenprüfung heißt: Finden Sie heraus, wie die Schleuse aufgeht. Darin sind wir gut, klüger als jeder Schimpanse, der je ins All geschossen wurde. Und dann kommen wir in den Raum, der eigentlich zwei Welten ist – ein riesiges Bad mit Whirl-Wanne und Dampf-Sauna-Dusche und ein überirdisches Schlafzimmer mit einem großen Bett, die Matratze ist weich und doch fest, im Liegen hat man das Gefühl, die Schwerkraft wäre außer Kraft gesetzt.

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Über den Dächerns Bangkoks: unser Zimmer in der 56. Etage und wir vor dem großen Spiegel

Leider müsste man sofort seinen Raumanzug wieder anziehen, denn es ist kalt hier oben. Das liegt nicht an der dünnen Luft, sondern an der Klimaanlage, die das Zimmer auf 18 Grad runter kühlt. Für die meisten Besucher Bangkoks, der Stadt, die im Dezember leicht mehr als 30 Grad heiß wird – bei gefühlt 100 Prozent Luftfeuchtigkeit – muss das ein Segen sein. Wir finden es zu eisig, öffnen die Tür unseres Balkons und gleiten hinaus auf die kleine Plattform. Gegenüber schwebt eine verlassene Raumstation im All. Sathorn Uniqe sollte Schlafplätze für reiche Thai-Nauten bereit halten, doch die Finanzierung der rund 150 Meter hohen, düsteren Wohn-Rakete platzte in der Finanzkrise. Seitdem verrottet die aufwändige Konstruktion. Eine der höchsten Ruinen in unserem Sonnesystem. Ein Skytrain fliegt vorbei. Tief unter uns gehen die Erdlinge ihren unergründlichen Geschäften nach.

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Heimat für 14 Millionen: aufstrebende Appartmenthäuser und der Skytrain am Chao-Phraya-Fluss. Am Bildrand die Ruine des „Sathorn Unique“, den Bauherren ging das Geld aus

Am Abend schweben wir herab ins Restaurant „Breeze“ auf der 50. Etage. Und lassen uns nieder an einem kleinen Tisch mit Blick über die Stadt, die bis weit an den Horizont reicht. Wir essen ein mehrgängiges Fischgericht, ergänzt durch Zwischengänge in Schnapsgläsern, Molekularküche – mit Sternen prämierte Raumfahrernahrung. Was ein Genuss. Wir machen uns Vorwürfe, dass wir nicht schon früher diese wahrlich himmlische Astronauten-Kantine aufgesucht haben. Glücklich gestärkt lassen wir uns in die 64. Etage schießen. Der Aufzug hält hier nur, damit wir eine große Freitreppe hinabschreiten. Zu einer der spektakulärsten Rooftopbars auf diesem Planeten – der Sirocco Sky Bar.

Wir koppeln die Versorgungsleitungen unserer Raumanzüge direkt an die Hauptanschlüsse für Gin-Tonic. In der Dunkelheit unter uns schimmert die Stadt wie der Sternenhimmel. Was ein Glitzern und Funkeln. Eine Weltraum-Band sinkt Shirley-Bassey-Songs. Wir werden noch lange von diesem spektakulären Flug erzählen, wenn wir wieder gelandet sind – auf unserer kleinen Erde.

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Nacht über Bangkok: das goldene Band des Highways und die beleuchteten Tische im „Breeze“

Was uns gefällt

Sie sagt: Ich summe Shirley Basseys „Moonraker“ und stelle mir vor, James Bond kommt die Treppe zur Bar runter. Er bestellt einen Martini, geschüttelt, nicht gerührt. Bevor er den ersten Schluck nimmt, fallen Schüsse. Panik bricht aus. Aber wir fliegen in unseren Raketenanzügen zurück ins Zimmer.

Er sagt: Was ein Hotel! Es allein ist eine Reise nach Bangkok wert. Man muss allerdings mindestens zwei Nächte bleiben, denn das Frühstücksbuffet ist das größte und beste, das ich bisher gesehen habe – mit japanischen, chinesischen, französischen, bayerischen, amerikanischen, mexikanischen und bestimmt noch vielen anderen Spezialitäten.

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Cocktail mit Aussicht: einziger Wermutstropfen – ein Glas Gin-Tonic kostet hier oben 15 Euro

Lebua at State Tower, 1055 Thanon Silom, Bangrak, Bangkok, Tel. 0066-2624-9999, http://www.lebua.com

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